Die wachsende Bedeutung von Cloud Computing könnte Cancom in den kommenden Monaten in die Karten spielen. Analysten trauen der Aktie noch deutlich höhere Kursregionen zu. Mit
Allianz Global Investors ist erst kürzlich Deutschlands größter Asset-Manager eingestiegen.
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Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen meldete das schwäbische IT-Haus Bestmarken für das vergangene Jahr – auch wenn es sich noch um vorläufige Eckdaten handelt. Das drittgrößte herstellerunabhängige Systemhaus Deutschlands profitierte von seiner starken Marktstellung und der wieder anziehenden konjunkturellen Lage in Deutschland. Der Konzernumsatz legte in 2011 um 14,7 Prozent auf 544,1 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr zu. Zum Vergleich: 2007 gingen bei Cancom noch 278 Mio. Euro durch die Bücher, in den Folgejahren wurden dann jeweils prozentual zweistellige Zuwächse erzielt.
Ähnlich erfreulich entwickelt sich auch das Betriebsergebnis. Nach 15,1 Mio. Euro in 2010 dürften im vergangenen Jahr 18,5 Mio. Euro hängen geblieben sein. Cancom kommt damit auf eine Ebit-Marge von 3,4 Prozent. Im Vergleich zu den schwachen Margen in 2008 und 2009 von lediglich rund 1,5 Prozent bleibt nun unter dem Strich deutlich mehr in den Büchern. Dies liegt neben leichten Skaleneffekten vor allem an einem gestiegenen Anteil von Dienstleistungsumsätzen, die eine höhere Marge aufweisen. Die positive Geschäftsentwicklung vergrößert nun auch den Liquiditätsspielraum. Verfügte Cancom Ende 2010 noch über 31,5 Mio. Euro, liegen nun 44 Mio. Euro in der Kasse. Nach Einschätzung der Experten von Warburg Research bietet die Kriegskasse nun genügend Spielraum, um als aktiver Konsolidierer am Markt tätig zu werden und die Wettbewerbsposition zu stärken. Die endgültigen Zahlen werden für den 27. März erwartet.
Gut gerüstet für 2012
Der gewöhnlich eher zurückhaltende Ausblick des Unternehmens fällt zugleich recht zuversichtlich aus. „Nach einem guten Start ins laufende Geschäftsjahr ist der Vorstand aus heutiger Sicht für das erste Quartal 2012 optimistisch. Insgesamt geht der IT-Spezialist für das Gesamtjahr 2012 von einem anhaltend guten Umsatz- und Ergebnisniveau aus“, ließ Cancom durchblicken. Entscheidend für den Erfolg bleibt weiterhin die Entwicklung auf dem Heimatmarkt. 2010 erzielte Cancom knapp 95 Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Aus heutiger Sicht stehen die Chancen nicht schlecht, dass es auch 2012 weiter aufwärts geht. Der Branchenverband Bitcom rechnet für den deutschen IT-Markt mit einem Wachstum von 4,5 Prozent. Für Fantasie dürfte aber vor allem auch die stetig wachsende Bedeutung des Themas Cloud Computing sorgen. Dabei halten Nutzer Software oder Speicherkapazitäten nicht mehr auf lokalen Rechnern vor, sondern beziehen sie extern über ein Netzwerk. Cancom hat sich durch den Ausbau von Cloud-Computing-Strukturen bereits gut auf diesem Zukunftsmarkt positioniert und liefert mit der AHP Private Cloud die passende Lösung.
Tim Wunderlich von Hauck & Aufhäuser rechnet für das laufende Jahr mit Erlösen von 564 Mio. Euro. Bei einer Ebit-Marge von gut 3,7 Prozent dürften dann 21,2 Mio. Euro hängen bleiben. Der Analyst bestätigte auf Basis der Eckdaten die Aktie mit Kaufen und sieht das Kursziel nach wie vor bei 16 Euro. Auch die Experten von Warburg Research sind von der Aktie überzeugt und geben ein Kursziel von 15 Euro aus. Auf Basis des aktuellen Kurses von 9,32 Euro hätte der Wert somit noch zwischen 60 bis 70 Prozent Luft nach oben. Dividende gibt es ebenfalls. Nachdem in 2009 und 2010 pro Aktie 0,15 Euro ausgekehrt wurden, dürften in diesem Jahr mindestens 0,17 Euro (1,8 Prozent Dividendenrendite) fällig werden. Hauck und Aufhäuser rechnet sogar mit 0,22 Euro.
Ritterschlag durch Allianz Global Investors
Aber auch abseits der Analystenmeinungen und Unternehmensmeldungen lohnt sich ein Blick auf den Wert. Kaum wahrgenommen wurde Mitte Dezember der Einstieg von
Allianz Global Investors bei Cancom. Der größte Asset-Manager Deutschlands ist von den Zukunftsaussichten des IT-Dienstleisters überzeugt und sicherte sich 521.103 Stimmrechte. Damit kommt die Kapitalanlagegesellschaft auf einen Anteil von 5,02 Prozent an der Cancom AG. Auch die Konkurrenz von
JPMorgan Asset Management scheint an dem Small Cap Interesse zu haben. Zwar reduzierten die Amerikaner im vergangenen Sommer ihren Stimmrechtsanteil. Dennoch sind nach Angaben von Cancom 2,99 Prozent der Anteile in den Händen von
JPMorgan.
Die Aktie reagierte mit Kursgewinnen auf die vorläufigen Eckdaten und holte damit zugleich die Verluste aus der zweiten Januarhälfte wieder auf. Mit Blick auf den bisherigen Kursverlauf ist es nun wichtig, dass der positive Trend anhält und die Aktie über 9,50 Euro anzieht. Auf diesem Niveau dürften in einem freundlichen Marktumfeld auch schnell zweistellige Kursregionen möglich sein.
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