Die Aktie des Beschichtungsspezialisten hat nach oben gedreht. Starke Geschäftszahlen beflügeln den Small Cap. Volle Auftragsbücher und neue Akquisitionen lassen auf weiteres Wachstum hoffen.
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Bei Impreglon blicken die Verantwortlichen zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Knapp 75 Mio. Euro wurden umgesetzt, ein Plus von über 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte sogar um 65 Prozent zu. Zwar blieben die Umsatzzahlen für das vierte Quartal leicht hinter den Erwartungen zurück. Grund war die schwächere Auftragslage aus dem europäischen Ausland. Für das laufende Jahr rechnet der Lüneburger Spezialist für Oberflächenbeschichtungen aber mit weiter stark wachsenden Erlösen. Angepeilt werden 90 Mio. Euro, was einem Plus von 20 Prozent entspricht.
Die gute geschäftliche Entwicklung hat mehrere Gründe. Zum einen die robuste Wirtschaft in Deutschland. Über 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Heimatmarkt. Im Boomjahr 2011 kauften vor allem deutsche Automobilhersteller und Maschinenbauer von Impreglon beschichtete Bauteile. Zum anderen ist die seit Jahren verfolgte Expansionsstrategie erfolgreich. Mittlerweile betreibt Impreglon weltweit 21 Standorte in zehn Ländern. Zuletzt wurde das Werk von Stork Cellramic in Milwaukee übernommen. Durch solche strategischen Akquisitionen konnte Impreglon nicht nur den Umsatz steigern, sondern auch das Know-How und die Produktpalette erweitern.
Komplette Wertschöpfungskette in lokal geprägtem Markt
Ob Metall-, Kunststoff-, Keramik- oder Pulverlack-Beschichtungen - Impreglon bietet eine Fülle hochwertiger Beschichtungstechniken. Hinzu kommt der massive Ausbau des Dienstleistungs-Portfolios. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Beschaffung und Lagerung bis zur Auslieferung von beschichteten Bauteilen. Dieses sogenannte „One-Shop-Stop-Angebot“ bindet nicht nur Kunden, sondern hilft auch, neue Abnehmer aus unterschiedlichen Branchen zu gewinnen. So erzielt Impreglon mittlerweile deutlich über die Hälfte der Umsätze in konjunkturell weniger anfälligen Industriebereichen außerhalb der Segmente Automobil- und Maschinenbau.
Der Markt für Beschichtungssysteme ist größtenteils lokal geprägt. Aufgrund des Logistikaufwands werden über 80 Prozent der Umsätze in einem Umkreis von 300 Kilometern erwirtschaftet. Übernahmen dienen somit auch der geographischen Ausweitung und einer größeren Marktabdeckung.
Experten sehen gute Chancen für Impreglon, die eingeschlagene Übernahmestrategie fortzuführen. Denn der Wettbewerb bei Oberflächenbeschichtungen ist stark fragmentiert und von kleineren Unternehmen geprägt. An der Börse gilt Impreglon als Small Cap, doch im Markt ist das Unternehmen ein Schwergewicht. Aufgrund der finanziellen Überlegenheit gegenüber Konkurrenten sollte es nicht schwer fallen, regional und technologisch weiter zu expandieren. Ohnehin ist Oberflächenbeschichtung ein expandierender Markt. Das durchschnittliche Wachstum der letzten Jahre lag bei sechs bis sieben Prozent.
Gute Aussichten für 2012
Die Chancen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 stehen gut. Der derzeitige Auftrieb der Aktie sollte der Beginn einer langfristigen Aufwärtsphase sein. Das sehen auch Analysten so. Warburg Research bestätigte vor kurzem seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 13,70 Euro. Zwar bleibt für Anleger die Gefahr eines konjunkturellen Einbruchs. Dieser würde sicherlich auch Impreglon treffen. Die Euro-Krise hat ebenfalls negative Einflüsse, was die Zahlen für das vierte Quartal 2011 zeigten. Denn die rückläufige Nachfrage nach Beschichtungstechnik aus dem EU-Ausland ist wohl auch auf die Sparzwänge der Euro-Krisenländer zurückzuführen. Dennoch ist das Unternehmen für wirtschaftliche Schwächephasen deutlich stärker gewappnet als vor wenigen Jahren.
Die diversifizierte Produktpalette und die vollen Auftragsbücher deuten auf eine äußerst robuste Entwicklung hin. Allein noch nicht abgearbeitete Großaufträge versprechen Umsätze von über zehn Mio. Euro. Den Profit je Aktie für das laufende Geschäftsjahr veranschlagen Analysten auf etwa 80 Cent. Für 2013 wird sogar mit 1,05 Euro gerechnet. Damit kommt die Aktie auf ein 2012er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut elf. Das 2013er-KGV liegt sogar unter neun.
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