Mit einem Befreiungsschlag will sich
Klöckner & Co nun aus dem Abwärtsstrudel befreien. Anfang August – bei der Vorlage der Halbjahreszahlen – musste der Stahlhändler zugeben, dass ihn die sinkenden Preise stärker als die Wettbewerber in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Aktie brach daraufhin ein und dümpelt nun um die zehn Euro.
Wie angekündigt, ergreift der Vorstand jetzt drastische Maßnahmen, um nicht wieder in die Verlustzone abzurutschen rutschen, die Klöko erst 2010 verlassen hatte. Wie üblich in solchen Situationen setzt das Management den Rotstift massiv bei den Verwaltungs- und Gemeinkosten an. Doch das wird nicht reichen, und so sollen ganze Unternehmensteile veräußert werden. Besonders in Landesgesellschaften, in denen nicht absehbar ist, dass mittelfristig die Zielprofitabilität von sechs Prozent EBITDA-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu Umsatz) erreicht wird, wird es „strukturelle Anpassungen“ geben. Unterm Strich soll ein Umsatzvolumen von etwa einer halben Milliarde Euro verkauft werden.
Der Umbau wird die Klöko-Kassen mit einem „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ belasten. Das Geld soll durch die Veräußerung von Geschäftsteilen wieder eingespielt werden. Das Ergebnis des ganzen Programms soll eine jährliche Steigerung des operativen Ergebnisses im mittleren zweistelligen Millionenbetrag werden.
Die Börse begrüßt die Maßnahme. In der Spitze legte die Aktie fast sieben Prozent zu. Auch die Analysten zeigen sich optimistisch. Wenn es nach Hermann Reith von der BHF-Bank geht, dann ist eine glatte Kursverdopplung bei
Klöckner & Co drin. Sein heute bestätigtes Kursziel lautet 21 Euro.
Auch wenn es turbulent bleiben wird, so ist die Klöko-Aktie auf diesem Niveau ein klarer Kauf.
Empfehlen