Mit einem Umsatzsprung knackte Hawesko in 2011 erstmals die Marke von 400 Mio. Euro. An der Börse fristet der Wert trotz der Performance ein Schattendasein - obwohl sie besser ist als der SDAX und die Dividende einiges verspricht.
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In Deutschland gönnt man sich wieder was. Ein guter Tropfen Wein oder ein edler Champagner bei besonderen Anlässen lassen nicht nur bei den Genießern die Herzen höher schlagen, sondern erfreut auch Hawesko. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Deutschland größtes Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner sowie Sekt und Spirituosen. Die Weinhandelsgruppe verfügt mit dem Facheinzel (Jacques’ Wein-Depot)- sowie Groß- und Versand-/Internethandel über mehrere Vertriebslinien, die sich gegenseitig gut unterstützen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem oberen Marktsegment.
Die kürzlich präsentierten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bestätigten einmal mehr den profitablen Wachstumskurs. Dabei dürfte bei Hawesko selbst der ein oder andere Korken geknallt haben. Nachdem das vierte Quartal erneut erfreulich ausfiel und der Umsatz um 3,8 Prozent auf 135,3 Mio. Euro anzog, knackte die Gruppe mit Blick auf das Gesamtjahr nun erstmals auch die Umsatzmarke von 400 Mio. Euro. Konkret gingen 411,4 Mio. Euro durch die Bücher und damit 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil des in Deutschland erzielten Konzernumsatzes lag bei rund 86 Prozent des Gesamtumsatzes. Absolut erhöhte er sich um knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erfreulich: Hawesko dürfte es erneut gelungen sein, Marktanteile hinzuzugewinnen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kletterte der hiesige Weinmarkt im vergangenen Jahr wertmäßig nur um 1,9 Prozent. Beim Ebit blieben nach 25,7 nun 26,5 Mio. Euro hängen, dies entspricht einem unterproportionalen Wachstum von rund drei Prozent. Gründe für das eher schlechter als erwartete Ergebnis sind vielversprechende Investitionen in die Zukunft. Neben dem Markteintritt in Schweden, wo allein im vergangenen Jahr 25.000 Neukunden gewonnen wurden, belasteten auch die Anpassung an das gewachsene Volumen und gestiegene Kosten durch einige Neueröffnungen von Jacques’ Wein-Depot.
Akquisition bringt weiteres Umsatz- und Ergebnispotenzial
Um auch in Zukunft auf dem erfolgreichen Wachstumspfad zu bleiben, übernahm Hawesko im November 2011 70 Prozent des Weinhändlers Wein & Vinos. Die Berliner betreiben sieben Läden in der Hauptstadt und in München und sehen sich als ein führender Multi-Channel-Anbieter für spanische Weine. Dank der schlanken Kostenstruktur über den eCommerce-Vertrieb erzielte Wein & Vinos zuletzt eine Ebit-Marge von rund zehn Prozent. Auf Basis geschätzter Umsätze von rund 30 Mio. Euro in 2012 dürften die Berliner somit drei Mio. Euro zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern beitragen, rechnen die Analysten von Montega vor. Der Einstieg rundet daher das bestehende Angebot von Hawesko gut ab. Das im SDAX gelistete Unternehmen erzielte 2011 eine Ebit-Marge von 6,5 Prozent. Gut möglich, dass die Gruppe die schlanke Kostenstruktur von Wein & Vinos auch auf einzelne Teilbereiche des eigenen Angebots überträgt und damit die künftige Ebit-Marge verbessern kann.
Positives Überraschungspotenzial könnte aber auch noch von einer ganz anderen Seite kommen. In diesem Jahr kommt der edle und begehrte 2009er-Bordeaux-Jahrgang in die Regale des Weinhändlers. Experten zufolge dürfte der Wein hohe Preise und damit auch attraktive Margen erzielen.
Zuversicht für 2012
Dank der erstmaligen Einbeziehung von Wein & Vinos und des 2009er Bordeauxjahrgangs rechnet das Management auch für das laufende Geschäftsjahr 2012 mit einer positiven Entwicklung. Unter dem Strich kann nach Einschätzung des Vorstands mit einer Steigerung im zweistelligen Prozentbereich sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis (Ebit) gegenüber 2011 gerechnet werden. Für 2014 wurde das Ziel ausgegeben, beim Umsatz die Marke von einer halben Milliarde Euro zu überschreiten.
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