Paragon feiert wenige Monate nach dem Insolvenzantrag ein furioses Comeback. Doch ist der Aufschwung der Autozulieferer-Aktie nachhaltig?
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Das Unheil kündigte sich im März 2009 an: Wegen der Misere in der Automobilindustrie verzeichnete der Zulieferer Paragon, spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von elektronischen Komponenten und Sensoren, zahlreiche Verschiebungen von Aufträgen. Die Zinslast drückte das hoch verschuldete Unternehmen tief in die Verlustzone. Der Versuch des Vorstands, gemeinsam mit den Banken ein Refinanzierungskonzept zu erarbeiten, scheiterte. In der Folge musste Paragon im Oktober vergangenen Jahres Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.
Im Normalfall bedeutet ein solcher Vorgang das schrittweise Aus für eine Aktie. So müssen die Anteilseigner der Pleitefirmen
Arcandor und
Escada mitansehen, wie sich deren Papiere – abgesehen von kurzen Ausreißern nach oben – der Nulllinie annähern. Nicht so bei Paragon: Als Anfang Januar das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, begann der Titel einen atemberaubenden Steigflug – von gut einen auf zwischenzeitlich mehr als vier Euro. Aktuell steht die Notiz sogar deutlich höher als vor dem Insolvenzantrag.
Die Hoffnungen der Anleger stützen sich auf die Pläne, wonach Paragon fortgeführt werden soll. Vorstandsvorsitzender Klaus Dieter Frers hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket erstellt, „um auch bei geringeren Umsätzen profitabel arbeiten zu können“. Dazu gehört vor allem die Reduzierung der Belegschaft von ehemals 660 auf rund 400 Mitarbeiter. Angeblich ist das Vorhaben gelungen: Laut Insolvenzverwalter Frank Kebekus arbeitet Paragon seit Oktober 2009 wieder mit Gewinn. Zudem unterstützen die Gläubiger den Sanierungskurs: „Paragon hat gute Perspektiven für die Zukunft“, sagt Kebekus.
Das größte Problem ist die mangelnde Transparenz bezüglich der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens. Die letzten verfügbaren geprüften Zahlen stammen aus dem Jahr 2007. Die für Februar anberaumte Bilanzpresse- und Analystenkonferenz fand ebenso wenig statt wie die in Aussicht gestellte Veröffentlichung von Quartalszahlen. Versuche von BÖRSE ONLINE, Informationen zum Stand des Insolvenzverfahrens sowie zur aktuellen Geschäftsentwicklung zu erhalten, stießen seitens Paragons auf wenig Auskunftsfreude. Solange keine aktuelle Bilanz vorliegt und Schätzungen zum künftigen Gewinn nicht möglich sind, besitzt die Aktie keinen Investmentcharakter. Daher unser Votum: Finger weg!
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Risiko: Hoch
WKN: 555869
Kurs: 3,00 €
Börsenwert: 12,5 Mio. €
Kursrisiko: –30%
KGV 2010e: k. A.
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