Bilfinger Berger dampft das traditionelle Baugeschäft ein und baut stattdessen den Servicebereich aus. Das soll die Risiken senken.
Nordex
kaufen
Mehr zum Thema
Aktienanalyser
Die Aktien im Branchen-vergleich:
Klicken Sie hier
Sie möchten weitere Branchen analysieren?
Dann klicken Sie hier
Money-Management
Mit dem Money-Management-Tool von BÖRSE ONLINE handeln Sie wie Profis.
Der für den Börsenerfolg entscheidende Kapitaleinsatz wird blitzschnell
berechnet.
Klicken Sie hier
Meldungen wie diese können Vorständen und Investoren schon mal die Laune verderben: 80 Millionen Euro schreibt
Bilfinger Berger für ein Straßenbauprojekt im Golf-Emirat Katar ab. Bis zu 200 Millionen Euro Forderungen stehen aus. Solche Fehlschläge bei Großaufträgen haben den Mannheimern bereits viermal binnen fünf Jahren das Ergebnis verhagelt.
Konzernchef Herbert Bodner zieht nun Konsequenzen. Er beschleunigt den Wandel von einem bau- zu einem dienstleistungsdominierten Unternehmen. Von den sechs Milliarden Euro Bauleistung, die Bilfinger 2008 erwirtschaftete, soll nur ein Drittel bleiben. Das wichtige Australien-Geschäft, das auf ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro kommt, steht zum Verkauf. Auf dem fünften Kontinent profitiert Bilfinger, die Nummer zwei hinter der Hochtief-Tochter Leighton, vom anhaltenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Der geplante Börsengang dürfte einen höheren dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse bringen. Analysten taxieren den Wert von
Bilfinger Berger Australia auf eine halbe bis eine Milliarde Euro.
Mit den Einnahmen will Bilfinger die Servicesparten ausbauen. Der Konzern setzt auf Industrie- und Energiedienstleistungen sowie auf Gebäudemanagement. Schon seit Jahren investieren die Mannheimer viel Geld in den Aufbau dieser Geschäfte. Zuletzt schluckten sie für 350 Millionen Euro den Wettbewerber MCE aus Österreich, der Kraftwerke und andere Industrieanlagen baut und wartet. Nun schaut sich Bodner verstärkt in Schwellenländern nach Akquisitionen um. Schon jetzt stammt der Großteil des Gewinns aus Servicegeschäften. 2008 waren es 77 Prozent des Ertrags vor Zinsen und Steuern. Anders die Umsatzverteilung: Die Bausparten steuern derzeit noch die Hälfte der Gesamtleistung bei.
„Strategisch ist die klare Ausrichtung auf Dienstleistungsaktivitäten ein großes Plus“, sagt der Analyst Heino Hammann von der Nord/LB. Das Servicegeschäft wirft nämlich höhere Renditen ab als der margenschwache Bau und birgt geringere Risiken. Das rechtfertigt eine höhere Bewertung der Aktie.
Einen Teil der Unterbewertung hat der MDAX-Titel mit der Rally seit Juli abgebaut. Für neue Kursimpulse dürften die Übernahme weiterer Dienstleistungsfirmen und Details zu den Börsenplänen für die Australien-Tochter sorgen. Zumal der Verkauf einen dicken Buchgewinn bringen sollte.
Kaufen
Risiko: Mittel
WKN: 590900
Kurs: 53,90 €
Börsenwert: 2,48 Mrd. €
Kursziel: 65,00 €
Stoppkurs: 46,50 €
KGV 2010e: 12,7
Stimmen Sie mit ab beim nächstes Leserinvestment
Wählen Sie aus den drei Investments Ihren Favoriten und bestimmen so, über welchen Wert wir in der übernächsten Ausgabe von BÖRSE ONLINE berichten. Jede Stimme zählt!
Zur Auswahl stehen für das Leserinvestment der Ausgabe 03/2010 drei Schwellenländerfonds: Comgest Magellan, JPM Emerging Markets Equity und Robeco Emerging Stars Equities.
Hier geht es zur Stimmabgabe
Diesen Artikel bookmarken bei...