Dresdner Factoring profitiert davon, dass viele Banken mit
der Vergabe von Krediten an mittelständische Unternehmen knausern.
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Ob internationale Blue Chips oder
wenig bekannte Nebenwerte – mit
den meisten Aktien geht es seit
Frühjahr 2009 klar aufwärts. Nicht so mit
Dresdner Factoring. Der Börsenkurs des
Finanzierungsspezialisten tendiert eher
Richtung Rekordtief. Im Vergleich zum
Ausgabepreis beim Börsengang im April
2006 stehen 70 Prozent Minus zu Buche.
Dabei sind die zuletzt veröffentlichten
Meldungen durchaus ansprechend. Die
Zahlen des dritten Quartals 2009 haben
die Markterwartungen erfüllt. Vor Steuern
verdiente Deutschlands einzige börsennotierte
Factoringfirma 0,2 Millionen
Euro, was dem Vorjahresbetrag entspricht.
Zuvor war es gelungen, die Refinanzierungslinien
um fünf Millionen Euro auf
21,5 Millionen Euro aufzustocken.
„Das ist ein Vertrauensbeweis der Kredit
gebenden Banken“, sagt Klaus Schlote,
Researchchef der Wertpapierhandelsbank
Solventis. Der erweiterte Kreditrahmen
hilft bei der Umsetzung der Wachstumspläne.
Er dürfte ausreichen für eine Steigerung
des Forderungsumsatzes um ein
Fünftel auf 400 Millionen Euro.
Für Expansionspotenzial sorgen zum
einen die schwierigen Finanzierungsbedingungen
mittelständischer Unternehmen.
Banken knausern weiter mit der
Vergabe von Krediten. Vor diesem Hintergrund
nimmt die Bedeutung des Verkaufs
von Forderungen an Spezialinstitute wie
Dresdner Factoring zu. „Die Nachfrage
steigt“, sagt Vorstandschef Bernward Rohmann.
Zum anderen ziehen sich Wettbewerber
vom Markt zurück, etwa weil die
im Ausland ansässige Muttergesellschaft
Randgeschäfte abstößt. Das schafft den
verbleibenden Anbietern Raum für zusätzliche
Geschäfte.
Der operative Gewinn vor Steuern
dürfte im vergangenen Jahr auf dem
2008er-Niveau gelegen haben. „Es gibt
keinen Grund, von dieser Prognose abzurücken“,
sagt Rohmann. Die vorläufigen
Zahlen will der Firmenchef noch im Januar
vorlegen. Für 2010 erwartet Analyst
Schlote einen Gewinnanstieg auf 28 Cent
je Aktie (2009 bereinigt: 0,18 Cent). Damit
bewegt sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis
bei moderaten zwölf. Gemessen am Buchwert
ist der Small Cap deutlich unterbewertet.
Er notiert nämlich um ein Drittel
unter dem Eigenkapital je Anteilschein.
Ein Handicap stellt der mickrige Börsenwert
von 9,5 Millionen Euro dar – zu
wenig für viele Investmentprofis. Auch
drückt die Angst vor größeren Ausfällen
bei den Kunden auf den Aktienkurs. Bisher
allerdings hat das Risikomanagement
funktioniert, wie die geringen Wertberichtigungen
zeigen.
Beobachten
Risiko: Hoch
WKN: DFA G99
Kurs: 3,40 €
Börsenwert: 9,52 Mio. €
Kursziel: 3,85 €
Stoppkurs: 2,85 €
KGV 2010e: 12,1
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