Die Vorteile von Aktien mit einer
hohen Dividendenrendite scheinen
auf der Hand zu liegen. Die regelmäßige
Ausschüttung an Aktionäre wirkt
wie die Zinszahlung einer Anleihe.
Die Kehrseite: Kürzt ein Unternehmen
seine Dividendenzahlung, kann das
den Aktienkurs stark einbrechen
lassen. Außerdem riskieren Anleger,
die eine Dividendenstrategie verfolgen,
Kursgewinne zu verpassen, wenn
Aktien konservativer Unternehmen in
einer Hausse zurückbleiben.
Die Fondsgesellschaft
Allianz
Global Investors (AGI) hat in einer
Studie untersucht, ob in einer langfristigen
Betrachtung die Vor- oder
die Nachteile einer Dividendenstrategie
überwiegen. Dazu haben die Autoren
die Kursentwicklung von USAktien
im Zeitraum von 1950 bis 2010
analysiert. Ergebnis: Vor allem in
Krisenzeiten hatten Anleger mit Dividendenaktien
die Nase vorn. Fielen
die Renditen am Aktienmarkt insgesamt
geringer aus, zahlten sich Dividendeninvestments
zumeist stärker
aus als marktbreite Investments.
„Hohe und nachhaltige Dividendenrenditen
haben sich in der Vergangenheit
als Stabilitätsanker in einem
schwierigen Marktumfeld erwiesen“,
sagt Klaus Telöken von AGI.
Gleichzeitig verzichteten Anleger
mit einer Dividendenstrategie nicht
auf Wachstumschancen, belegt die
Studie. Bei den untersuchten USAktien
lässt sich sogar ein positiver
Zusammenhang zwischen der Höhe
der Dividendenrendite und dem Gewinnwachstum
eines Unternehmens
in den folgenden Jahren feststellen.
Die Studienautoren haben auch
untersucht, wie erfolgreich eine Dividendenstrategie
in Zeiten hoher
Inflation war. Das dürfte für Investoren
interessant sein, die angesichts
der Schuldenkrise der Euro-Staaten
fürchten, Staaten müssten in den
kommenden Jahren eine hohe Geldentwertung
zulassen. Auch dabei
schneidet die Dividendenstrategie gut
ab. Dividendenstarke US-Aktien haben
in Zeiten unterschiedlich hoher
Inflation fast immer besser abgeschnitten
als der breite Aktienmarkt.
Nur in Zeiten extrem hoher Inflation
fuhren Anleger mit der Strategie
schlechter als der Marktdurchschnitt.

Empfehlen