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Erholung an Börsen Immer dem Index nach

[13:00, 06.02.12]


Die Januar-Rally hat die Analysten überrascht. Deshalb finden sie Aktien plötzlich wieder gut - und passen ihre Prognosen dem Trend an.


Bulle Figur vorm DAX-Board an der Börse Frankfurt

 Bulle Figur vorm DAX-Board an der Börse Frankfurt

2012 wird ein schlimmes Aktienjahr. Nicht ganz so heftig wie 2011, aber vor allem in den ersten Monaten werden die Märkte deutlich nachgeben.

So etwa klangen die Ende 2011 veröffentlichten Aktienprognosen internationaler Banken. Die Gründe für den Pessimismus lagen ja auch auf der Hand: Schuldenkrise in Europa, Diskussionen, ob und wie Griechenland vor der Staatspleite gerettet werden kann, und die Konjunkturaussichten waren im Dezember weder für Europa noch für die USA berauschend.

Verständlich also, dass die Experten in ihren Studien davor warnten, Portfolios mit Anteilscheinen aus Industriestaaten zu bestücken. Und da in den düstersten Szenarien – Rezession und Verschärfung der Euro-Krise – die Probleme auch in Schwellenländer überschwappten, sollten sich Anleger auch bei chinesischen oder brasilianischen Aktien zurückhalten.

Doch jetzt ist plötzlich alles doch nicht so schlimm: Der DAX hat im Januar mit einem Plus von 9,5 Prozent den besten Jahresstart seiner 24-jährigen Indexgeschichte hingelegt. Der vom Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International berechnete MSCI All-Country World Index, der Aktien aus 45 Ländern abbildet, glänzte mit einem Zuwachs von 5,7 Prozent – bester Jahresauftakt seit 1994. Deshalb sind Analysten und Aktienstrategen nun eifrig dabei, ihre Prognosen dem Trend anzupassen.

Analysten passen ihre Prognosen an

In einem Schreiben mit dem Titel „Falsch, aber nicht zu spät“ legt der Chefökonom der  UBS Anlegern seit vergangener Woche Aktien wärmstens ans Herz. Statt mit „neutral“ stuft er die Papiere, bei denen er noch vor zwei Wochen zur Vorsicht geraten hatte, mit „übergewichten“ ein.

„Im Rückblick waren am Jahresende alle so was von auf Pessimismus fixiert“, sagte Mary Ann Bartels, Leiterin Marktanalyse bei der Bank of America der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Eigentlich konnte der Markt nur nach oben gehen.“ Bartels hatte Ende Dezember dem amerikanischen S&P-500-Index Verluste von 15 Prozent für das erste Halbjahr 2012 vorhergesagt. Im Januar hatte der Index aber drei Prozent gutgemacht.

Die DZ Bank hob am Freitag ihr DAX-Ziel für August von 6250 Punkten auf 6500 Zähler an, weil „der kurzfristige Nachrichtenfluss positiv bleiben dürfte“. Das aktuelle Niveau halten die Analysten zudem für fair. „Bei der Frage, was sich am politischen und wirtschaftlichen Umfeld seit Dezember grundlegend verändert hat, fallen hauptsächlich das Thema Liquidität sowie die Fortschritte bei den Verhandlungen über den vielzitierten Stabilitätspakt ins Auge.“

Ein paar Pessimisten sind jedoch geblieben. 2011 hätten Investoren Risiken abgebaut und ihren Aktienanteil reduziert. Es gebe wenig Anzeichen dafür, dass sie jetzt die Quoten wieder hochfahren, schreiben Analysten von  HSBC. Und Joost van Leenders, Aktienstratege von  BNP Paribas würde „im Falle einer anhaltenden Kurserholung eher dazu neigen, zu verkaufen“. Dazu raten Strategen in der Regel, wenn sie eine Überhitzung der Kurse fürchten.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
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© 2012 ftd, © Illustration: reuters

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