Weder Preisanstiege noch Konjunkturprobleme können ihnen schaden: Aktien von Tabakunternehmen haben in den vergangenen Jahren alle anderen Branchen geschlagen. Anleger profitieren von konstanten Ausschüttungen.
Tabakfirmen haben Aktionären im vergangenen Jahrzehnt volatilitätsbereinigt die besten Erträge beschert. Und Analysten gehen davon aus, dass diese Entwicklung anhalten wird: Die Gewinne der Branche seien inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen robust.
Philip Mrrs Int
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Der Branchenindex MSCI World Tobacco, zu dem unter anderem
Philip Morris und
Japan Tobacco gehören, legte binnen zehn Jahren bereinigt um Preisschwankungen 13,3 Prozent zu - fast fünfmal so stark wie das 67 Branchen umfassende globale Börsenbarometer MSCI World.
Tabakaktien entzogen sich der Internetblase ebenso wie der Finanzkrise. Auch die Schuldenkrise in Europa bringt sie nicht unter Druck. Weder Preisanstiege noch Konjunkturprobleme bewegen Raucher dazu, den Zigarettenkonsum merklich einzuschränken. Das ermöglicht den Tabakunternehmen, ihre Ausschüttungen an die Aktionäre konstant zu halten.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Tabakbranche zwar Milliarden Dollar schweren Gerichtsprozessen gegenübergestanden. Sie werde aber auch eine weitere Verschärfung des Aufsichtsrechts überstehen, sagt Murray Kessler, Chef von Lorillard; die Firma produziert Newport, die meistverkaufte Mentholzigarettenmarke der USA. Die Branche werde auch die Überprüfung der Frage, ob Mentholzigaretten verboten werden sollen, aushalten.
"Tabakwerte bieten einen starken, stabilen freien Cashflow und hohe Dividendenrenditen", so James Hallisey, Analyst bei BNY Mellon: "In einem Umfeld geopolitischer Risiken, einer Teuerung am Rohstoffmarkt und Wechselkursschwankungen macht sie das attraktiv." Bei Firmen außerhalb des Tabaksektors war der Cashflow aus dem Geschäft in den letzten fünf Jahren fast doppelt so volatil wie bei Tabakfirmen. Tabakkonzerne mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 1 Mrd. Dollar hatten in ihren zuletzt abgelaufenen Geschäftsjahren im Median eine Dividendenrendite von 5,1 Prozent. In den anderen Branchen lag sie im Median bei 1,5 Prozent. Auch die Bruttomarge spricht für den Sektor: Sie liegt bei Tabakfirmen im Mittel bei 45 Prozent, im Rest der Wirtschaft bei 34 Prozent.
Die attraktiven Seiten des Sektors blieben an der Börse nicht ohne Folgen: In den letzten zehn Jahren hat der globale Tabakwerteindex den Zählerstand auf absoluter Basis mehr als verdreifacht. Der MSCI World kam ohne die Berücksichtigung von Dividenden nur 18 Prozent voran.
Die Aktie von
British American Tobacco legte 2011 um 30 Prozent zu; der Konzern produziert unter anderem die Zigarettenmarken HB, Lucky Strike und Pall Mall. Für den Kurs von Philip Morris ging es beinahe 40 Prozent aufwärts; zu den Marken des Anbieters gehören Marlboro, aber beispielsweise auch Chesterfield und F6.
Pessimisten halten die Bewertungen im Tabaksektor für überzogen und verweisen auf die Gefahr einer Abwärtskorrektur. Das mittlere KGV im Sektor von 15,9 steht einem branchenübergreifenden Schnitt von 13,4 gegenüber. Es lasse sich schwerlich argumentieren, dass Tabakwerte billig seien, sagt Fondsmanager Dmitry Khaykin von der Legg-Mason-Sparte Clearbridge Advisors: "Attraktiv sind sie dennoch - wegen der Stabilität ihres Geschäfts im Vergleich zu den Alternativen am Markt. Aber so billig, wie sie einmal waren, sind sie mit Sicherheit nicht mehr."
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