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Algo-Trading "Flash Crash" rückt Broker ins Zwielicht

[14:00, 23.08.10]

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Wie aus dem Nichts brach am 6. Mai die US-Börse um 1000 Punkte ein. Seitdem fahnden Regulierer nach den Ursachen. Nun glauben sie, dass Broker die umstrittenen Hochfrequenzhändler zu sorglos agieren ließen. Es drohen härtere Regeln und Geldstrafen.


Einer Reihe von Brokern drohen Geldstrafen im Zusammenhang mit dem "Flash Crash" von Anfang Mai. Die Kontrollinstanz Financial Industry Regulatory Association (Finra) untersucht derzeit, ob Broker, die Hochfrequenzhändlern Marktzugang gewähren, diese zuvor ordnungsgemäß überprüft haben.

Das sagte Finra-Chef Richard Ketchum der Financial Times. Die Aufsicht wolle herausfinden, ob die Broker geprüft haben, dass die Händler ein angemessenes Risikomanagement betreiben. Von der Überprüfung sei eine "substanzielle" Anzahl führender Brokerhäuser betroffen. Die Finra, die der Börsenaufsicht SEC untersteht, kontrolliert fast 4700 Broker.

Am 6. Mai verlor der Dow Jones Industrial Average innerhalb von Minuten rund 1000 Punkte - die genauen Ursachen sind bisher unklar. Aufseher und Marktbetreiber untersuchen den Vorfall, der zu strikteren Vorgaben für die Akteure führen dürfte, unter anderem für Hochfrequenzhändler. Der "Flash Crash" hat diese ohnehin umstrittenen Akteure noch stärker in den Fokus gerückt. Sie arbeiten mit superschnellen Computern und komplexen Algorithmen. Deshalb wird diese Art des Handels auch als Algo-Trading bezeichnet. Geschätzte 60 Prozent des Handelsvolumens in den USA entfallen mittlerweile auf den Hochfrequenzhandel.

Kritiker fürchten, dass die Systeme außer Kontrolle geraten und so Börsenabstürze auslösen können, weil niemand mehr eingreifen kann, wenn geringe Verluste in winzigen Zeiträumen gigantische Verkaufsautomatismen auslösen. Auch im Zusammenhang mit dem Crash vom 6. Mai wird daher spekuliert, ob Hochfrequenzhändler eine Rolle gespielt haben.

"Wir wollen herausfinden, ob die Broker verstanden haben, was mit den Algorithmen gemacht wurde, und ob die Hochfrequenzhändler durchgespielt hatten, was bei starken Marktbewegungen passiert", sagte Ketchum.

Untersucht werden soll außerdem, ob die Broker genau überprüfen, wem die Unternehmen direkt oder indirekt gehören, denen sie Marktzugang gewähren "Die Broker sollten sich sicher sein, dass sie wissen, wer diese Systeme wirklich kontrolliert", sagte Ketchum. "Die Kette von Zwischenunternehmen kann die Identität von Hochfrequenzhändlern in Osteuropa oder anderswo verschleiern, was ernsthafte regulatorische Bedenken aufwirft."


 

© 2010 ftd

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