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Angeschlagener Internetkonzern Yahoo findet Manager für Notoperation

[16:27, 04.01.12]


Der Paypal-Präsident Scott Thompson soll neuer Chef werden und den Internetkonzern aus der Krise führen. Yahoo erhofft sich von ihm Innovationen und Wachstum.


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Der schwächelnde Internet-Konzern  Yahoo hat nach monatelanger Suche einen neuen Chef. Scott Thompson kommt von der Handelsplattform  Ebay und war dort zuletzt für den Bezahldienst PayPal verantwortlich. Er gilt als guter Organisator - genau das braucht das kriselnde Internet-Schwergewicht nach der Führungslosigkeit der vergangenen Monate.

Thompson werde am 9. Januar seinen neuen Job antreten, teilte Yahoo am Mittwoch mit. Bevor Thompson die PayPal-Führung übernahm, war er als Technologie-Chef für die technische Ausstattung des Dienstes verantwortlich. Er studierte Buchhaltung und Computerwissenschaften.

Seit dem Rausschmiss von Carol Bartz im vergangenen September führt Finanzchef Tim Morse Yahoo vorübergehend.

Unter Thompsons Leitung ist Paypal seit Januar 2008 von 50 Millionen auf mehr als 105 Millionen Nutzern in 190 Ländern gewachsen. Der Gewinn ist in der Zeit von 1,8 Mrd. Dollar auf 4 Mrd. Dollar 2011 gestiegen.

"Scott's Erfahrung und Erfolg wird Yahoo eine solide Grundlage sein, um bestehende Vorzüge und Mittel zu nutzen und neue Innovation und Wachstum zu erreichen, genau das, was wir bei Yahoo brauchen," sagte der Chef des Verwaltungsrats Roy Bostock. "Er ist der richtige Chef, um das Kerngeschäft auf den Weg des Wachstums und der Innovation zu führen."

Der Internet-Pionier, der unter anderem mit sinken Werbeeinnahmen kämpft, hatte Anfang September Konzernchefin Carol Bartz gefeuert. Sie soll unter anderem nicht schnell genug die Sanierung vorangetrieben haben. Seitdem wurde nach einem Nachfolger gesucht - wobei zum Teil schon angezweifelt wurde, ob Yahoo überhaupt noch selbst einen neuen Chef finden muss. Denn der Konzern prüft auch einen Verkauf oder die Trennung von großen Unternehmensteilen.

Zuletzt tendierte der Verwaltungsrat nach Informationen des "Wall Street Journal"-Blogs "All Things Digital" eher dazu, für Milliarden Beteiligungen in China und Japan abzustoßen. Die Angebote für das gesamte Unternehmen - unter anderem waren diverse Finanzinvestoren interessiert - seien nicht hoch genug gewesen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. "All Things Digital" nannte in dem Bericht bereits auch Thompson als wahrscheinlichen nächsten Chef, einen halben Tag vor der offiziellen Ankündigung.

Die Aktie gab in einer ersten Reaktion an der New Yorker Börse um 1,6 Prozent auf gut 16 Dollar nach.

In den 90er Jahren prägte Yahoo als Portalbetreiber die Anfangszeit des Internet mit, heute noch hat das Unternehmens bei seinen Diensten wie E-Mail oder die Foto-Plattform Flickr hunderte Millionen Nutzer. Yahoo tut sich aber schwer, die hohen Besucherzahlen in Einnahmen umzumünzen. Das Unternehmen verlor im Geschäft mit Onlinewerbung immer weiter an Boden gegen Google. Beide Firmen verdienen an Anzeigen im Umfeld von Suchergebnissen und an grafischer Werbung auf Webseiten.

Bartz hatte versucht, den einst als Webverzeichnis gestarteten Konzern zum Anbieter von Medien-Inhalten umzubauen. Bei der Internetsuche tat sich Yahoo mit  Microsoft zusammen. Doch es fehlte an durchschlagenden Erfolgen.  Microsoft hatte einst versucht, Yahoo für mehr als 40 Mrd. Dollar zu kaufen und soll auch jetzt unter den Interessenten gewesen sein. Als wahrscheinlicher gilt jedoch der Verkauf der lukrativen Beteiligungen in Asien an die Partner Alibaba aus China und Softbank aus Japan.


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