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Anheuser-Busch Inbev Frisch aufgeschäumt

[11:48, 12.03.10]


Mit Einsparungen bewältigt der Brauerei- und Getränkekonzern Anheuser-Busch Inbev die Last der Fusion – und rüstet sich für die Zukunft.



Anheus.-Busch InBev
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
590932
Aktueller Kurs
48,59 €
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Aus dem Zusammenschluss zweier Großer erwächst nicht unbedingt ein Starker. Viele Fusionen entpuppen sich im Nachhinein als Geldvernichtung. So war es bei  Daimler und Chrysler, AOL und Time Warner oder auch bei  Allianz und Dresdner Bank. Die 2008 verschmolzenen Bierbrauer Anheuser-Busch und Inbev müssen erst noch beweisen, dass ihre Liaison eine erfolgreiche wird.

Mit dem 54 Milliarden Dollar (38,1 Milliarden Euro) teuren Kauf des US-Konkurrenten formte das belgische Unternehmen Inbev den mit Abstand größten Brauereikonzern der Welt. Der Marktanteil von Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev) beträgt 21,4 Prozent. Im Vorjahr füllte AB Inbev fast 410 Millionen Hektoliter Bier ab. Zum Sortiment zählen mehr als 300 Marken, darunter Beck's, Budweiser und Stella Artois. In rund 30 Ländern besitzt der Konzern eine der zwei absatzstärksten Marken.

Knapp 2,3 Milliarden Dollar Einsparungen versprach das Management nach der Fusion, und gleich im ersten Geschäftsjahr ließ es keine Zweifel daran aufkommen, den Aktionären einen Mehrwert zu schaffen. Es folgten die üblichen Einschnitte, wenn zwei Konzerne verschmelzen: Die Ausgaben wurden gekürzt, unrentable Brauereien verkauft oder geschlossen und Mitarbeiter entlassen. Dadurch ist AB Inbev deutlich profitabler geworden: Die Marge im operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte 2009 von 23,3 auf 27,9 Prozent. Insgesamt stieg das um Fusionseffekte bereinigte Ebit um 12,3 Prozent auf 10,25 Milliarden Dollar. "Das Management liegt mit seinem Einsparprogramm über Plan", sagt Lars Lusebrink, Analyst bei Independent Research.

Doch die Aufräumarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Jeweils rund 550 Millionen Dollar will Konzernchef Carlos Brito in den nächsten beiden Jahren einsparen. Dies würde die Profitabilität noch einmal erhöhen. Die Analysten von  JP Morgan rechnen für 2011 mit einer Ebit-Marge von 32,5 Prozent. Sollte es dem Unternehmen gelingen, die Erwartungen zu erfüllen, wäre selbst bei stagnierendem Umsatz auf Basis der aktuellen Bewertung ein Kursanstieg von 15 Prozent gerechtfertigt.

Einen großen Schritt voran kam der Konzern auch beim Abbau seiner Verbindlichkeiten, die durch die Fusion stark gestiegen waren. Im vergangenen Jahr sank die Nettoverschuldung von 56,7 Milliarden Dollar auf 45,2 Milliarden Dollar. Im Februar dieses Jahres erzielte der Konzern noch einen wichtigen Erfolg bei der Umschuldung der letzten kurzfristigen Schulden in Höhe von 17,2 Milliarden Dollar, die er zur Finanzierung der Fusion aufgenommen hatte. Sie wurden in Darlehen mit Laufzeiten von fünf und drei Jahren umgewandelt.

Damit erhält der Konzern größeren Handlungsspielraum, den er auch dringend benötigt. "Der Konzern muss den Schwerpunkt weg von der Kostensenkung hin zum Umsatzwachstum legen", urteilen die Analysten von  Barclays. Denn der Absatz läuft schleppend, daran hat die Fusion nichts geändert. Im Vorjahr sank der Bierausstoß - ohne Berücksichtigung der verkauften Beteiligungen - um 0,7 Prozent. Nur dank Preiserhöhungen blieb noch ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 36,7 Milliarden Dollar übrig. Besonders in den USA, mit einem Gewinnanteil von knapp der Hälfte wichtigster Einzelmarkt, läuft es nicht gut. Die hohe Arbeitslosigkeit belastet den Absatz und eröffnet zugleich kaum Spielraum für Preiserhöhungen.

Die Hoffnungen ruhen daher auf den südlichen Teil des Kontinents. "Lateinamerika wird für den Konzern immer wichtiger, sowohl was den Umsatz- als auch was den Gewinnbetrag betrifft", sagt Lusebrink. Er erwartet, das AB Inbev mit Zukäufen seine Präsenz dort stärken wird, ebenso wie in Asien. Diese Regionen werden das künftige Konzernwachstum maßgeblich bestimmen, während der US-Markt immerhin für verlässliche Erträge und somit Stabilität sorgt. Wenn die Fusion, die bislang als erfolgreich gelten darf, nicht doch noch scheitert, hat die Aktie Potenzial.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Anheus.-Busch InBev BE0003793107.F 48,59 -0,44 %  Detailinformationen

 

© 2010 ftd, © Illustration: dpa, boerse-online.de

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