Die Dividendenkultur der Industrienationen
schwappt allmählich auch in
Schwellenländermärkte über – besonders
nach Asien. Nach Zahlen des
Datenanbieters Thomson Reuters und
dem Indexanbieter FTSE liegt die
Dividendenrendite in Asien, mit
Ausnahme von Japan, im Schnitt bei
3,2 Prozent und damit im globalen
Vergleich über dem Durchschnitt von
2,7 Prozent. Zwar spülen europäische
Unternehmen mit einer Dividendenrendite
von durchschnittlich 3,8 Prozent
immer noch mehr in die Taschen
ihrer Aktionäre, doch die Länder des
fernen Ostens holen auf.
„Die Aktieneinkommenskultur hat
zugenommen“, sagte Steve Thornber,
Manager des Global Equity Income
Fund bei Threadneedle, der britischen
Financial Times. „Vor zehn Jahren
hätte ich dort kaum investiert, weil es
einfach keine Investitionsziele gab.“
Mittlerweile hält der Fonds zu 25 Prozent
Aktien aus den asiatischen
Schwellenmärkten.
Da es in den vergangenen Monaten
immer wieder Zweifel an der Nachhaltigkeit
der hohen Wachstumsraten der
Region gab, versuchen nun immer
mehr dort ansässige Konzerne Investoren
mit Dividenden zu ködern. In
China betrug die Dividendenrendite
2007 gerade mal 0,8 Prozent, mittlerweile
liegt sie bei 3,2 Prozent. Die
höchsten Auszahlungsquoten gemessen
an den Aktienkursen gibt es in
Taiwan. Dort kletterte die Dividendenrendite
in den vergangenen fünf Jahren
von 3,5 auf 4,5 Prozent.
Für ausländische Anleger gibt es
aber neben dem Problem der Transparenz
auch das Währungsrisiko. Ein
Verlust bei den lokalen Währungen
schmälert den Gewinn der Anlagen.
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