Dem Unternehmen hätten nicht die nötigen technischen Mittel zur Verfügung gestanden, ein solches Unglück in den Griff zu bekommen, sagte Hayward der Financial Times. "Wir hatten nicht die Werkzeuge parat, die wir gern gehabt hätten."
Der BP-Chef schürt damit Zweifel an den Tiefwasserbohrungen der großen Ölkonzerne. Für die privaten Unternehmen der Branche sind diese Bohrungen enorm wichtig: Multis wie
BP und Shell fördern allein im Golf von Mexiko über zehn Prozent ihres Öls. Leichter zugängliche Quellen sind oftmals das Monopol von Ölkonzernen im Staatsbesitz.
Der BP-Chef forderte als Konsequenz aus dem Unglück auf der "Deepwater Horizon" ein Umdenken der gesamten Ölindustrie. "Wir betreiben bisher an sich sichere und verlässliche Anlagen", sagte Hayward. "Ob deren Sicherheit aber künftig ausreichen wird, ist die Frage."
Hayward sprach sich für neue Lösungen aus, um für unwahrscheinliche, aber potenziell verheerende Unfälle gerüstet zu sein. Auch die Kooperation mit Subunternehmern wie Transocean - dem Betreiber der explodierten Plattform - stellte er infrage.
Hintergrund der Äußerungen ist auch das zerrüttete Verhältnis zur US-Regierung. Präsident Barack Obama hatte
BP wegen der Ölpest im Golf von Mexiko immer wieder hart angegriffen. Am Mittwochabend kündigte er an, den Energiekonzernen milliardenschwere Steuererleichterungen zu streichen. Am Dienstag hatte Washington ein Strafverfahren gegen
BP eingeleitet. Der britische Konzern ist für sein Geschäft zwingend auf einen guten Draht zu den Regierungen angewiesen.
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