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JP Morgan Chase könnte der Milliardenbetrug ihres ehemaligen Geschäftspartners Bernard Madoff teuer werden. Der Vertreter der Geschädigten verlangt von Madoffs Hausbank nun schon mindestens 19 Mrd. Dollar (13,4 Mrd. Euro) an Schadenersatz. "
JP Morgan Chase hätte nicht nur von dem vor sich gehenden Betrug wissen sollen, sie wussten es", sagte Opferanwalt David Sheehan in New York.
Madoff hatte über Jahrzehnte hinweg bei Investoren rund 20 Mrd. Dollar eingesammelt. Die vermeintlichen Profite - die Kundenkonten wiesen auf dem Papier rund 60 Mrd. Dollar aus - zahlte er mit dem Geld neuer Anleger. Es war der größte Betrugsfall der Finanzgeschichte. Der 73-Jährige wurde im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Einer seiner zwei Söhne konnte die Erniedrigung nicht mehr ertragen und erhängte sich im Dezember.
Bislang hatte Treuhänder Irving Picard, für den Anwalt Sheehan arbeitet, von Madoffs Hausbank eine Wiedergutmachung von 5,4 Mrd. Dollar verlangt. Es gebe aber neue Beweise dafür, dass "
JP Morgan Chase das Schneeballsystem von Madoff erst möglich gemacht hat", sagte der Jurist.
Der Treuhänder hat deshalb seine Klage gegen die mächtige Wall-Street-Bank ausgeweitet. Neben dem Schadenersatz verlangt er weiterhin 1 Mrd. Dollar an Gebühren zurück, die
JP Morgan bei den Madoff-Geschäften eingestrichen habe.
"Unsere erweiterte Klage zeigt, dass sich der Betrug regelrecht vor den Augen der JP-Morgan-Banker abgespielt hat", sagte die ebenfalls eingeschaltete Anwältin Deborah Renner. Die Banker hätten sehen können, dass die eingezahlten Gelder von Madoff-Kunden nicht dafür genutzt worden seien, Wertpapiere zu kaufen, sondern dass sie direkt auf die Konten anderer Kunden geflossen seien. Auch hätten ihnen die falschen Madoff-Abrechnungen auffallen müssen. "Sie haben erlaubt, dass der Betrug weitergeht."
JP Morgan wies die Vorwürfe am Wochenende wiederholt zurück. Die Bank habe weder von dem Betrug gewusst, noch sei sie in irgendeiner Art und Weise in ihn verstrickt gewesen, sagte eine Sprecherin. Selbst für den amerikanischen Branchenprimus wäre ein Schadenersatz in dieser Höhe schwer zu verdauen. Die Summe ist höher als der Gewinn des vergangenen Jahres, der bei 17,4 Mrd. Dollar lag.
Nach einer Aufzählung des Finanzdienstleisters Bloomberg hat der Treuhänder rund 1000 Klagen gegen ehemalige Madoff-Geschäftspartner eingereicht, mit denen er insgesamt 90 Mrd. Dollar einsammeln will - das ist mehr als die eigentliche Schadenssumme. Gesichert hat Treuhänder Picard den Opfern bis dato etwa ein Zehntel des verlangten Geldes. Das Gros der Summe stammt aus einem Vergleich mit den Erben des verstorbenen Milliardärs und Madoff-Nutznießers Jeffry Picower.
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