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Kampf der Algorithmen Computerhandel nach Kurseinbruch unter Beschuss

[11:20, 07.05.10]

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In Picosekunden können moderne Handelssysteme Aktien kaufen und verkaufen. Nach dem Einbruch der amerikanischen Börsen fordert der Kongress härtere Vorschriften. Die Aufsicht ist bereits aktiv. Die Branche weist die Schuld von sich.


Nach dem heftigen Absturz am amerikanischen Aktienmarkt wird der Ruf nach schärferen Kontrollen für den Computerhandel lauter. US-Abgeordnete forderten insbesondere, dem Hochfrequenzhandel Schranken zu setzen. Er macht inzwischen mehr als 40 Prozent des Handelsvolumens in den Vereinigten Staaten aus.

Es sei wieder die Gefahr deutlich geworden, dass "Hochgeschwindigkeits-Computer falsche Geschäfte generieren und am Markt Chaos erzeugen", sagte der demokratische Senator Edward Kaufman aus Delaware wenige Stunden nach Börsenschluss. Der "Kampf der Algorithmen" sei für die Börsenaufsicht SEC nicht ansatzweise zu durchschauen und müsse daher "bald in einen sinnvollen Regulierungsrahmen eingebettet werden".

Kaufman und sein Parteikollege Mark Warner aus Virginia forderten eine Untersuchung des Kongresses zu dem Vorfall. Ein Ausschuss des Repräsentantenhaus kündigte für Dienstag eine Anhörung an. Vorsitzender ist der republikanische Abgeordnetete Paul Kanjorski. Er schrieb bereits einen Brief an die SEC - und drängt darin die Behörde, den Ursachen der Marktturbulenzen nachzugehen und ihre Meinung zum Hochfrequenzhandel zu erläutern.

Hochfrequenzhandel ist längst keine Nische mehr. 43 Prozent des Umsatzes mit US-Aktien werden so getätigt, in Europa wechseln etwa 30 Prozent der Aktien ihre Besitzer über Hochgeschwindigkeitsnetze. Mit dem Volumen wächst auch die Verunsicherung. Regulierungsbehörden suchen eifrig nach Methoden, mit denen sie das Turbohandelssystem zähmen können. Sie sollen Crashs und das Entstehen einer Zweiklassengesellschaft an der Börse - hier die schnellen Profis, dort die langsamen Kleinanleger - verhindert werden.

Die SEC kündigte nach dem Börseneinbruch vom Donnerstag Ermittlungen an. Allerdings hat die Behörde das Thema schon länger auf der Agenda. "Die Handelsgeschwindigkeit hat sich von Milli- zu Mikrosekunden erhöht, das Handelsvolumen ist größer geworden", sagte Chefin Mary Schapiro im Januar. Jetzt gelte es, "unnötige Risiken" zu eliminieren. Die SEC will die Transparenz auf den Märkten verbessern. Doch die Debatte, wie das erreicht werden soll, dauert bereits Monate.

Laut dem "Wall Street Journal" wolle die SEC demnächst individuelle Registrierungen von Brokern einführen, um die Überprüfbarkeit von Handelsströmen zu erleichtern. Jeder Hochfrequenzhändler würde dann mit einem Code gekennzeichnet werden, sodass jeder seiner Handelsschritte nachvollziehbar wäre. Beschlossen ist noch nichts.


 

© 2010 ftd

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