Der US-Hersteller bejubelt den Zuschlag für den Milliardenauftrag über Tankflugzeuge - und den Sieg über
EADS. Doch Experten sind skeptisch und befürchten, dass
Boeing mit der Entwicklung überfordert sein könnte.
Boeing Co
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Analysten der US-Ratingagentur Standard & Poor's verwiesen daher in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Pentagon auf die erheblichen Kostenüberschreitungen bei neuen Boeing-Modellen. Der Tankerauftrag könnte "Entwicklungsressourcen von anderen wichtigen Programmen abziehen, einschließlich dem kurzfristigen Anlauf der 787-Produktion", erklärte ein Analyst der US-Bewertungsgesellschaft Moody's.
Für EADS-Airbus ist die Niederlage bei der Tankerausschreibung zunächst ein schwerer Rückschlag bei dem Versuch, stärker im US-Rüstungsmarkt Fuß zu fassen. In dieser Woche wird das US-Verteidigungsministerium dem Konzern darlegen, warum
Boeing im dritten Versuch binnen zehn Jahren letztlich doch den Zuschlag erhielt.
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Boeing ist der klare Gewinner", sagte der stellvertretende US-Verteidigungsminister William Lynn. Beide Bieter hätten alle 372 Bedingungen erfüllt, aber
Boeing sei mit dem kleineren Modell billiger gewesen. Formal hat
Boeing erst einen Anfangsauftrag über 3,5 Mrd. Dollar erhalten.
EADS hat nach Darlegung der Entscheidungsdetails fünf Tage Zeit, um über die US-Tochter eventuell Protest einzulegen. Sonst bliebe dem Konzern nur die Genugtuung,
Boeing beim Tankerauftrag den Preis verdorben zu haben. "Wir haben
Boeing einen harten Kampf geliefert und sie zu einem sehr niedrigen Angebotspreis gezwungen", erklärte Airbus-Chef Thomas Enders. Er hofft dennoch auf neue Chancen auf dem US-Rüstungsmarkt. Die Militärs und Entscheider im Pentagon hätten "die hohe Professionalität unserer Arbeit und unseres Angebots" schätzen gelernt: "Das ist keine schlechte Ausgangsbasis für künftige Bieterverfahren in den USA", so der Manager - und ergänzte: "Wir haben gegen den Platzhirschen verloren. Das ist aller Ehren wert, denn für den wäre eine Niederlage ein Desaster gewesen."
Enders nannte zwar keine konkreten neuen Projekte, an denen sich Airbus oder andere Sparten des EADS-Konzerns bei künftigen US-Ausschreibungen beteiligen könnten. Mittel- und langfristig könnten aber die USA Bedarf am A400M-Militärtransporter haben, heißt es in der Branche. Zudem bewirbt sich beispielsweise die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter um weitere Militärgroßaufträge in den USA. Die EADS-Raumfahrtsparte Astrium bewirbt sich mit dem US-Konzern ATK um eine neue US-Trägerrakete.
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