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News Corp. Murdoch baut Bezahlmedien aus

[16:06, 06.05.10]


News Corp. kündigt ein neues Abomodell für Zeitungen an. Steigende Werbeerlöse bei US-Konzernen helfen dem Ergebnis


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Steigende Werbeerlöse haben den großen US-Medienkonzernen Rekordgewinne beschert. Rupert Murdochs News Corp. und der Konkurrent Time Warner übertrafen mit ihren Ergebniszahlen für das erste Quartal die Erwartungen der Analysten. News Corp. steigerte den operativen Gewinn um 55 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar, dazu trug vor allem auch der hochprofitable 3-D-Film "Avatar" bei. Der Gewinn von Time Warner kletterte um knapp zehn Prozent auf 725 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal auf einen Höchstwert in der Unternehmensgeschichte. Time Warner half auch der Verkauf der kriselnden Internettochter AOL.

News Corp. und Time Warner profitieren von der sich andeutenden Erholung der US-Wirtschaft. Während der Konsum anzieht, steigern die Unternehmen ihre Marketingausgaben, was Fernsehsendern und Zeitungen steigende Werbeeinnahmen beschert. Verlassen wollen sich die Konzerne auf das positive Werbeumfeld jedoch nicht; sie investieren das frische Geld in den Ausbau ihres Geschäfts mit bezahlten Inhalten.

Murdochs News-Corp.-Konzern ist weltweiter Branchenführer bei der Einführung von Bezahlmodellen für Onlinezeitungen. Time Warner setzt wie andere Medienkonzern auf einen Ausbau seiner Pay-TV-Sender. Er investiert hohe Beträge in seine Kabelsparte, etwa mit der teuren Verpflichtung des Late-Night-Stars Conan O'Brien, der kürzlich im Streit den Sender NBC verlassen hat.

Nahezu alle US-Medienkonzerne von NBC Universal bis Discovery Networks verdienen ihr Geld zurzeit vor allem im Kabelfernsehen, wo sie nicht nur für Werbung kassieren, sondern vor allem von stabilen Pay-TV-Gebühren der Abonnenten profitieren. Leidtragende dieser Entwicklung sind die frei empfangbaren Sender, die dadurch an Zugkraft auch bei TV-Stars verlieren. Auch die erfolgreichste Sendung der USA, die "Oprah Winfrey Show", wandert kommendes Jahr ins Abofernsehen.

"Die Erholung bei der Werbung nützt Fernsehen und Print gleichermaßen", sagte Time-Warner-Vorstandschef Jeffrey Bewkes, zu dessen Reich auch der größte Zeitschriftenverlag der USA gehört.

Die größte Zeitung der USA, das "Wall Street Journal" von Rupert Murdoch, nahm im ersten Quartal 25 Prozent mehr durch Anzeigen ein als im Vorjahreszeitraum. Die Wirtschaftszeitung verdient im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern auch im Internet Geld, indem sie die meisten ihrer Inhalte ausschließlich zahlenden Kunden bereitstellt.

Murdoch hat wiederholt betont, dass sich Zeitungen und Zeitschriften im Internet nur über Werbung allein nicht finanzieren könnten. Deshalb setzt er in seinem gesamten Konzern auf Bezahlmodelle. Im Juni will News Corp. der Öffentlichkeit ein neues Abonnementmodell vorstellen, an dem eine Managerriege schon seit Längerem arbeitet, kündigte Murdoch an. Ebenfalls im kommenden Monat sollen die zu News Corp. gehörenden britischen Zeitungen "Times" und "Sunday Times" im Internet kostenpflichtig werden. Sie konkurrieren mit der erfolgreichen und im Netz auch weiterhin kostenlosen Tageszeitung "Guardian". Die Verlagsbranche wartet gespannt auf das Duell der Geschäftsmodelle.

Auf die Nachfrage, ob künftig sowohl für Nachrichten als auch für Unterhaltung im Netz gezahlt werden soll, sagte Murdoch: "Darauf können Sie wetten." In der vergangenen Woche hatte sich Murdoch mit Apple-Chef Steve Jobs getroffen, um über Kooperationen zu verhandeln. "Jeder verhandelt mit Apple", wiegelte Murdoch einerseits ab, um zugleich die Spekulationen anzuheizen: "Wir definieren das Geschäft neu."

Dazu gehört auch die schnelle Übertragung von News-Corp.-Titeln auf neue Vertriebskanäle. So war das "Wall Street Journal" schon beim Verkaufsstart des neuen Apple-Geräts iPad auf dem Tablet-Computer verfügbar - mit Erfolg. Bereits 64.000 Leser hätten die Applikation heruntergeladen.

Der digitale Zugang zu allen Inhalten kostet 4 Dollar pro Woche. Wer die gedruckte Zeitung bezieht, kann die App kostenlos nutzen. Die Gewinnspanne liege dabei höher als bei dem Lesegerät Kindle von  Amazon. "Im Gegensatz zum Kindle behalten wir 100 Prozent der Umsätze", sagte Murdoch.


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