Hohe Dividenden und ihr Kurspotenzial machen US-Immobilienaktien attraktiv. Kenner raten zu REITs, die in Büros investieren.

Baustelle von Boston Properties in Manhattan, New York
Mit Aktien börsennotierter amerikanischer Immobilienunternehmen ließ sich im vergangenen Jahr gutes Geld verdienen. "Die 153 gelisteten Gesellschaften bescherten ihren Aktionären 2011 eine Rendite von 7,3 Prozent aus Kursgewinnen und Dividenden", sagt Brad Case, Researchchef des Branchenverbands Nareit. Zum Vergleich: Der
Total Return beim marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 lag lediglich bei 2,1 Prozent, und bei einem Investment in die Technologiebörse Nasdaq mussten Anleger gar ein Minus von 1,8 Prozent verschmerzen. Experten sind zwar geteilter Meinung, ob die Gesellschaften im laufenden Jahr die Anleger erneut mit solch überdurchschnittlichen Erträgen verwöhnen werden - solide Renditen verheißen sie jedoch allemal.
In den USA haben Immobiliengesellschaften den steueroptimierten Status eines Real Estate Investment Trusts (REIT). Sie müssen Gewinne nicht versteuern, sondern zu 90 Prozent an die Aktionäre weiterreichen, bei denen dann der Fiskus zugreift. 2011 schütteten die Unternehmen mit einer Börsenkapitalisierung von insgesamt knapp 200 Mrd. Dollar rund 9,7 Mrd. Dollar an Dividenden aus.
Die durchschnittliche Dividendenrendite von 4,8 Prozent macht die Papiere nicht nur für ältere Privatanleger interessant, die mit den vierteljährlichen Zahlungen ihre Renten aufbessern. Auch Versicherer und Pensionskassen investieren eifrig in REITs, weil ihnen die kontinuierlichen Kapitalströme helfen, Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Versicherten zu erfüllen. Diese institutionellen Investoren waren es auch, die den US-REITs vergangenes Jahr zu einer kräftigen Liquiditätsspritze verhalfen. Sie zeichneten neue Aktien und Wandelanleihen und stellten Kredite über insgesamt 51,3 Mrd. Dollar. Die Gesellschaften nutzten davon bisher 34,6 Mrd. Dollar, um in 2322 Deals weitere Bürogebäude, Einkaufszentren, Logistikimmobilien, Seniorenheime und Wohnkomplexe zu erwerben, ermittelte das Analysehaus Costar. Das weitere Kapital soll in diesem Jahr investiert werden.
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