Am Ende hat es doch nicht ganz gereicht:
Im vierten Quartal 2011 verkaufte
Samsung Electronics zwar stattliche
36,5 Millionen Smartphones. Allerdings
lag Apple nach Zahlen von
Strategy Analytics mit 37 Millionen
iPhones um Haaresbreite vorn. Dennoch
müssen sich die Südkoreaner nicht
grämen: Gemessen am Marktanteil bei
Handys insgesamt schafften sie es, mit
22,8 Prozent die Amerikaner mit
8,7 Prozent um Längen abzuhängen.
„Samsung hat eine sehr gute Produktlinie
vom oberen bis zum unteren
Segment“, urteilt Kim Chang Yeul von
Mirae Asset Securities. Er rechnet
nicht damit, dass eine schwächere
Konjunktur die Verkäufe der Südkoreaner
stark bremsen wird. Bereits
jetzt hat sich das Segment innerhalb
des Konzerns zum Gewinnbringer
Nummer eins entwickelt und löste
damit die Halbleitersparte ab. Diese
stellt neben Speicherchips für mobile
Geräte und Computer auch den
A5-Prozessor für das iPhone her.
Apple ist somit nicht nur Konkurrent,
sondern auch wichtiger Kunde von
Samsung. Und schenkt man Berichten
der asiatischen Presse Glauben, dürfte
sich daran auch so schnell nichts
ändern, weil es schwerfallen würde,
gleichwertigen Ersatz zu finden. Vor
diesem Hintergrund ist es erstaunlich,
wie sehr sich beide Firmen juristisch
wegen Patentstreitigkeiten beharken.
Nicht nur bei Smartphones und
Chips, auch in der Unterhaltungselektronik
ist Samsung dick im Geschäft.
Hier waren zuletzt neue LED-Flachbildfernseher
gefragt, aber auch speziell
auf Schwellenländer zugeschnittene
einfachere Modelle liefen gut.
Insgesamt ist es Samsung damit gelungen,
den Nettogewinn im Schlussquartal
2011 um 17 Prozent auf umgerechnet
rund 2,7 Mrd. Euro zu heben.
Operativ wurde mit einem Zuwachs
von 79 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro sogar
ein neuer Rekord aufgestellt.
Fürs laufende Jahr ist der Konzern
zuversichtlich gestimmt. Der Absatz
von Smartphone-Einstiegsmodellen
und Tablet-PC soll noch einmal deutlich
zulegen, weil die aufstrebenden
Märkte sowie die Verbreitung des
Turbo-Datenfunks Long-Term Evolution
(LTE) für zusätzliche Nachfrage
sorgen. Zudem liegen Pläne für die
nächste Generation der Galaxy-Modelle
bereits in der Schublade.
Dagegen wird die Lage bei DRam-
Speicherchips kritisch bleiben. Hohe
Überkapazitäten drücken auf die Preise,
und nur wenige Hersteller wie
Samsung schaffen es überhaupt, hier
schwarze Zahlen zu schreiben. Einen
Ausgleich schaffen die umso stärker
gefragten Nand-Speicherchips für
mobile Geräte. Um den technologischen
Vorsprung zu halten, soll ein
Großteil des Investitionsbudgets 2012
von insgesamt fast 17 Mrd. Euro der
Halbleitersparte zugutekommen.
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