Sanofi und der US-Konzern
Merck fusionieren ihre Veterinärsparten. Die Neuordnung der Branche bringt
Bayer in Zugzwang.
Sanofi-Aventis S.A....
Veränd. z. Vortag
-1,69 %
Der Zukauf scheiterte. Weil aber zugleich die Konkurrenz durch die Großfusionen gewachsen ist, analysiert
Bayer nun "Optionen" für seine Tiermedizin. Zentral dabei ist die Frage nach der "kritischen Masse": also, ob das Geschäft groß genug für den Weltmarkt ist. "Es kann sein, dass wir es verkaufen, verpartnern, behalten oder zukaufen", sagte Wenning der FTD.
In der laufenden Neuordnung der Tiermedizin ist der gestern festgezurrte Deal zwischen Sanofi und
Merck die neueste Entwicklung - und der zweite Schritt einer komplexen Vereinbarung, die beide Konzerne bereits vergangenes Jahr geschlossen hatten.
Ausgangslage war, dass Sanofi und
Merck in der Tiermedizin bisher schon ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Merial betrieben.
Merck bekam durch den Erwerb Schering-Ploughs Intervet noch hinzu.

2009 erwarb Sanofi dann Mercks 50-Prozent-Anteil an Merial, erhielt darüber also die volle Kontrolle. Zugleich sicherten sich die Franzosen die Option auf den Folgedeal, wiederum Merial in ein 50:50-Joint-Venture mit Intervet einzubringen. Das ist der Schritt, den die Konzerne gestern fest vereinbarten. Das neue Joint Venture verdrängt den US-Konkurrenten
Pfizer von der Spitzenposition in der Tiermedizin. Wegen der unterschiedlichen Bewertungen von Intervet und Merial sollte Sanofi ursprünglich 750 Millionen Dollar an
Merck zahlen - nun werden es aber 250 Millionen Dollar mehr. Die Fusion werde voraussichtlich bis Anfang 2011 formal abgeschlossen sein, sagte Sanofi-Chef Chris Viehbacher.
Das Gemeinschaftsunternehmen könnte kartellrechtlich gezwungen sein, Teile weiterzuveräußern. Nach dem vergeblichen Buhlen um Intervet hätte
Bayer hier also die Chance, doch noch zu akquirieren - wenn auch in kleinerem Stil als eigentlich geplant.
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