Der indische Windradhersteller Suzlon Energy sucht Neugeschäft in Schwellenländern wie Brasilien und Südafrika. Industrienationen nehmen weniger Windräder ab. Südafrika und Brasilien stehen im Fokus.
In den Industrieländern, in denen sich das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren einen guten Ruf erarbeitet hat, kämpft Suzlon mit schwächelnden Märkten.
Ein führender Konzernmanager sagte gestern, Suzlon erwäge, die deutsche Tochter
Repower Systems verstärkt auf Märkte wie USA, Europa und Australien auszurichten, während die Konzernmutter wachstumsstarkes Neugeschäft in Asien, Afrika und Lateinamerika akquiriert.
„Bis Ende des Geschäftsjahrs wollen wir die Gewinnschwelle erreichen“, sagte Suzlons Kommunikationschef Nicholas Archer. „Wenn wir einige der Aufträge gewinnen können, wird sich unsere Lage schnell ändern.“
Der defizitäre Suzlon-Konzern, der 5,5 Mrd. Dollar Jahresumsatz erwirtschaftet und zehn Prozent des weltweiten Windradmarkts kontrolliert, will
Repower eingliedern. Hierzu will Suzlon seine Beteiligung an der deutschen Tochter in den kommenden Monaten von aktuell 91 Prozent auf mindestens 95 Prozent aufstocken.
Von der Eingliederung Repowers verspricht sich die Suzlon-Führung zum einen die Chance, die Marken des Unternehmens zu stärken. Zum anderen soll die Konzernstruktur vereinfacht werden. Momentan gehören nahezu 60 Tochtergesellschaften zur Suzlon-Gruppe.
Der Schwenk in Richtung Schwellenmärkte kommt zu einem Zeitpunkt, da die Analysten davon ausgehen, dass der Windkraftmarkt besonders in den USA und in Europa in den kommenden zwei Jahren weniger stark wachsen wird als erwartet. Der kurzfristige Ausblick für Solarenergie sieht dagegen deutlich besser aus.
Barclays Capital, die Investmentbanking-Sparte der britischen
Barclays Bank, senkte ihre Prognose für die weltweite Nachfrage nach Windenergie für dieses Jahr um rund vier Prozent.
Die britische Investmentbank
HSBC ist ähnlich pessimistisch: „Eine schwache Stromnachfrage aufgrund einer gesteigerten Energieeffizienz sowie die Rezession haben dazu geführt, dass die nationalen Windkraftziele schneller erreicht werden. Das sind schlechte Nachrichten für die Nachfrage nach Windrädern.“
Besonders besorgniserregend ist die Zukunft des US-Marktes. Dort würde ein Gesetzesvorschlag zu erneuerbaren Energien dazu führen, dass der Windkraftsektor in den kommenden zehn Jahren nicht über ein Nullwachstum hinauskommt.
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