Walt Disney ist ein Unterhaltungsgigant mit Fernsehsendern, Filmstudios und Videospielen. Richtig Freude bereiten dem Management derzeit aber nur die Freizeitparks - mit Ausnahme des europäischen Ablegers nahe Paris.
Im ersten Quartal seigerte der Konzern seinen Umsatz um ein Prozent auf 10,8 Mrd. Dollar, der Gewinn legte um zwölf Prozent auf 1,46 Mrd. Dollar zu. Das teilte Disney am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Grund für die Steigerung waren die Geschäfte mit den Parks und die wachsende Flotte an Kreuzfahrtschiffen.
„Wir hatten einen guten Start in das Geschäftsjahr“, sagte Konzernchef Robert Iger. An den Märkten sahen das nicht alle so: Nachbörslich fiel die Aktie um knapp zwei Prozent. Die Konkurrenten Time Warner und die News Corp. von Medienmogul Rupert Murdoch legen an diesem Mittwoch ihre Ergebnisse vor.
Hinter den Erwartungen blieben etwa die Einnahmen der Kinosparte zurück – hier fiel der Umsatz um 16 Prozent. Im Vorjahr feierte der Konzern Kassenschlager wie „Toy Story 3“ und „Cars 2“. Zuletzt gelang Disney nur mit dem Film „The Muppets“ ein Überraschungserfolg. Auch bei den Videospielen verloren die Titel von Disney an Fans.
Disney betreibt Freizeitparks und Hotelanlagen in den USA, Asien und auch Europa. Der hiesige Ableger steht nahe Paris - und ist der Problemfall in der eigentlich boomenden Sparte. Zwar seien mehr Gäste gekommen, gleichzeitig seien jedoch die Lohnkosten gestiegen, was letztlich zu einem geringeren Gewinn geführt habe, erläuterte der Konzern. Disney baut derzeit einen neuen Freizeitpark nahe Schanghai.
Sehr beliebt war bei den Gästen auch das Reisen per Kreuzfahrtschiff. Der Berichtszeitraum lag jedoch vor dem tragischen Unglück der "Costa Concordia", die am 13. Januar vor der italienischen Küste auf Grund lief. Mehrere Menschen starben dabei, seitdem gingen die Buchungszahlen branchenweit zurück. Disney betreibt momentan drei Luxusliner. Das vierte Schiff - die "Disney Fantasy" - wird ab März im Einsatz sein. Sie stammt von der Meyer Werft in Papenburg.
Der Umsatz in der gesamten Sparte Freizeitparks und Kreuzfahrten stieg um 10 Prozent auf 3,2 Mrd. Dollar, der operative Gewinn legte sogar fast doppelt so stark zu. Damit ist der Bereich der zweitwichtigste nach dem Fernsehgeschäft. Zu Disney gehören die Sender ABC und ESPN sowie die Disney-Familienprogramme. Das Werbegeschäft entwickelte sich jedoch durchwachsen. Der Spartenumsatz stieg noch um 3 Prozent auf 4,8 Mrd. Dollar.
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