Obwohl die ehemals größte Sparkasse der USA pleite ist, werden die Aktien in Deutschland und den USA unter Zockern noch kräftig gehandelt. Ein wichtiger Termin wirft bereits seine Schatten voraus. Die Aktie zieht bereits kräftig an.
Nicht nur die Spielbanken mit ihren Poker- und Rouletttischen erfreuen sich in Deutschland größer Beliebtheit. Auch an der Börse gibt es Aktien, die eigentlich gar keine Berechtigung mehr haben, gehandelt zu werden. Dennoch verzeichnen diese Zombi-Werte oft noch beachtliche Umsätze.
Besonders heiß diskutiert wird seit einigen Wochen die „Aktie“ von Washington Mutual. Die zentrale Frage lautet: Ist die ehemals größte Sparkasse der USA wirklich pleite oder besteht doch noch die Hoffnung auf Zahlung von mehreren Milliarden Dollar.
Rückblick: Im September 2008, als das weltweite Finanzsystem auf der Kippe stand, hatte die US-Investmentbank
JPMorgan nach der Zerschlagung von Washington Mutual für wesentliche Teile der Sparkasse 1,9 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Nach Einschätzung von Aktionären, aber auch einiger Experten, viel zu wenig. Inzwischen wird der Fall sogar schon vor Gericht verhandelt – bei dem die Konkursrichterin Mary Walrath die Hauptrolle spielt. Walrath war es auch, die sich für den entscheidenden Funken Hoffnung verantwortlich zeichnet. In einer ersten Anhörung hatte Walrath mit Blick auf den regen Handel der Aktien gesagt, dass Washington Mutual noch nicht „hoffnungslos insolvent“ sei.
Spekulation auf mehrere Milliarden Dollar
Die Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg belaufen sich die gerichtlichen Forderungen von Washington Mutual auf 20 Milliarden Dollar – denen nur acht Milliarden Dollar Verbindlichkeiten gegenüberstehen. Zudem soll
JPMorgan angeblich vier Milliarden Dollar an Bankeinlagen unrechtmäßig einkassiert haben. Kein Wunder also, dass der Pennystock bei Zockern hoch im Kurs steht.
Am 5. Februar sollte es eigentlich zu einer weiteren Anhörung vor Gericht kommen. Doch der Termin wurde ohne Begründung verschoben – und der Kurs sackte kurzzeitig ab. Dennoch besteht wieder Hoffnung, denn Frau Walrath hat die nächste Verhandlung für den 4. März anberaumt.
März-Termin sorgt für höheren Herzschlag
Genau dieser Termin dürfte inzwischen in so manchen Zocker-Kalender rot angestrichen sein. Denn seit einigen Tagen geht es mit dem Kurs wieder kontinuierlich nach oben. Auch das Volumen berappelt sich wieder und könnte schon bald wieder auf dem Niveau von Anfang Februar ankommen. Am Mittwoch wechselten immerhin mehr als acht Millionen Papiere in Frankfurt den Besitzer – das sind immerhin rund 1,5 Millionen Euro. Nicht schlecht für ein „Unternehmen“, dass eigentlich pleite ist.
Auch charttechnisch wird
es wieder spannend...
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