Das Krisenjahr 2011 hat Star-Investor Warren Buffett eine schwere Niederlage beigebracht: Die Aktie seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway schnitt schlechter ab als der S&P 500 . Während der Index der 500 größten US-Unternehmen die Verluste vom Sommer bis zum Jahresende wieder ausglich, gaben die A-Aktien von Berkshire 4,7 Prozent nach.
Buffetts Anteile an der Firma verloren damit rund 2 Mrd. Dollar an Wert. Überdies kratzt der Kursrutsch am Ruf des 81-Jährigen, dessen Spürnase für gute Geschäfte legendär ist. "Das Orakel von Ohama" wird der Milliardär aus dem gleichnamigen Ort im US-Staat Nebraska genannt - wegen seiner hohen Treffsicherheit bei der Vorhersage von Marktentwicklungen und Chancen einzelner Unternehmen. Seine eigene Firma litt 2011 aber unter den Folgen der Tsunami-Katastrophe in Japan, die den hauseigenen Rückversicherern Berkshire Re und Gen Re hohe Kosten bescherte.
Dass sich die Berkshire-Aktie schlechter entwickelt als der Durchschnitt, ist laut dem Finanzdatendienstleister Bloomberg in den vergangenen 20 Jahren erst zwei Mal passiert: 1990 stürzte Berkshire um 23 Prozent ab, der S&P 500 lediglich um 6,6 Prozent. 2005 kamen die Unternehmenstitel nur auf ein mageres Plus von weniger als einem Prozent, während der S&P 500 drei Prozent zulegte.
Buffett betont stets, wichtiger als der Aktienkurs sei der Buchwert eines Unternehmens - also die Bilanzsumme abzüglich der Verbindlichkeiten. Gemessen an dieser Kennzahl ist Berkshire weiter auf Erfolgskurs: Der Buchwert stieg in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 1,7 Prozent auf 160 Mrd. Dollar.
Gewurmt hat der Kursrutsch den Altmeister aber offenbar doch: Im September kündigte Berkshire ein Aktienrückkaufprogramm an. Der Kurs der A-Aktie, die zwischenzeitlich unter 100.000 Dollar gerutscht war, kletterte daraufhin bis zum Jahresende auf 115.000 Dollar. Es ist also noch Luft nach unten.
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