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Automobilbranche Teurer Stahl macht Audi zu schaffen

[15:49, 03.09.10]

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Steigende Materialkosten erschweren der VW-Tochter die Kalkulation. "Die Preise spielen verrückt", klagt Beschaffungsvorstand Ulf Berkenhagen.


Volkswagen Vz
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
766403
Börsenwert
19.796,11 Mio €
KGV 12e
8,62
Aktueller Kurs
141,60 €
Veränd. z. Vortag
-0,11 %

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Die Preisschübe am Stahlmarkt werden zum Problem für die Autoindustrie. "Von Modell zu Modell werden wir schauen, welchen Materialeinsatz wir uns noch leisten können", sagte Audis Einkaufschef Ulf Berkenhagen im FTD-Interview.

"Im Moment spielt der Stahlpreis sehr zu unserem Leidwesen verrückt. Das Erträgliche daran: Alle Wettbewerber trifft dies gleichermaßen." Gewichtsmäßig sind Eisen und Stahl die wichtigsten Werkstoffe im Automobilbau. "Stahl wird in Zukunft weiterhin eine erhebliche Rolle im Fahrzeug spielen. Aber Leichtbaumaterialien werden natürlich weiter an Bedeutung gewinnen", so der Manager. "Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass es demnächst in großen Stückzahlen stahlfreie Fahrzeuge geben wird."

Innerhalb eines halben Jahres sind die Stahlpreise um 20 Prozent gestiegen - zwischenzeitlich lag der Preis über 600 Euro je Tonne. Hintergrund der Preisrally ist ein Wechsel bei den Vertragsbedingungen für den Grundstoff Eisenerz. Im Frühjahr hatten drei große Minenkonzerne in ihren Verhandlungen mit den Stahlherstellern durchgeboxt, dass die Erzpreise künftig quartalsweise statt jährlich festgelegt werden. Seither orientiert sich der Erzpreis am stark schwankenden Spotmarkt. Dies versuchen die Stahlhersteller an die Autokunden weiterzugeben.

Dem will Audi entgegenwirken. "Wir streben langfristige Vereinbarungen an, soweit wir uns diese leisten können", so Berkenhagen, der sich zu den Vertragsdetails wie den Laufzeiten nicht äußern wollte. "Dadurch, dass wir in die Beschaffungsorganisation der  VW AG integriert sind, haben wir eine hervorragende Marktposition. Deshalb besitzen wir eine komfortablere Basis als die Konkurrenten."

Insgesamt verfügt der VW-Konzern inklusive Audi über ein jährliches Einkaufsvolumen von mehr als sieben Millionen Pkw - im Vergleich zu 1,5 bis gut zwei Millionen der Konkurrenten  BMW oder  Daimler.

Zwar versuchen die Autobauer, den Stahlanteil bei den Massenmodellen durch neue, leichtere und gleichzeitig kostengünstigere Materialien zu reduzieren. Bei den Sport- und Oberklassemodellen R8 und A8, die nur in geringen Stückzahlen und zu Preisen oberhalb von 70.000 Euro verkauft werden, setzt Audi verstärkt teure Leichtbaumaterialien wie Aluminium und Kohlenstofffasern ein. "Ich sehe Carbon derzeit noch nicht in der Massenfertigung", erteilt Berkenhagen dem Werkstoff eine Absage.

Carbon ist derzeit etwa 15-mal so teuer wie Stahl. Unausgesprochen zweifelt der gebürtige Niedersachse damit die Strategie des ärgsten Konkurrenten an. Ab 2013 plant  BMW einen Wagen, dessen Fahrgastraum komplett aus Kohlefaser besteht. "Eine Kleinserie aus Carbon kann sich jeder größere Autobauer leisten", sagt Berkenhagen.


 

© 2010 ftd.de, © Illustration: ddp

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