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Aktiencheck Bauer ist wieder auf dem Damm

[10:48, 20.01.12]

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Im Oktober geriet der Kurs des Tiefbaukonzerns ins Rutschen. Jetzt kehrt er zu alter Form zurück - zur Freude der Anleger. Zudem winkt der bislang größte Auftrag der Unternehmensgeschichte.


Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Aktionäre von Bauer im vergangenen Herbst: Am 31. Oktober musste der Tiefbauspezialist aufgrund von Verzögerungen bei Großprojekten und den Entwicklungen in den Krisenregionen des Nahen Ostens die Prognose für 2011 senken. Demnach wurden für die Gesamtleistung etwa 1,35 Mrd. Euro und für den Gewinn nur noch gut 30 Mio. Euro veranschlagt. Zuvor hatte der Konzern noch eine Gesamtleistung von 1,35 bis 1,4 Mrd. Euro und einen Überschuss von 40 Mio. bis 45 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Bauer
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
516810
Aktueller Kurs
17,10 €
Veränd. z. Vortag
0,88 %

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Die Umsatz- und Gewinnwarnung traf die Börsianer gänzlich unvorbereitet, wie der Kurseinbruch von fast 22 Prozent nach der Bekanntgabe der Prognose zeigt. Doch nur drei Tage später machte die Notiz fast sämtliche Verluste mit einer äußerst positiven Nachricht wieder wett: Nach mehr als zweijährigem Bieterwettstreit mit dem italienischen Wettbewerber Trevi konnte sich Bauer mit der irakischen Regierung auf einen möglichen Auftrag für das Sanierungsprojekt am Mossul-Damm im Norden des Irak einigen. Mit einem Volumen von insgesamt 1,9 Mrd. Euro und einer geplanten Bauzeit von etwa sechs Jahren wäre das der bislang größte Auftrag der Unternehmensgeschichte. Vorbehaltlich der Vereinbarung weiterer Vertragsdetails rechnet Bauer mit der konkreten Auftragsvergabe im ersten Halbjahr 2012.

Bauer ist gut gerüstet

Doch auch ohne das Damm-Großprojekt ist Bauer gut gerüstet. Der international tätige Konzern, der in der Entwicklung und Herstellung von Spezialtiefbaugeräten weltweit an der Spitze liegt, verfügte per Ende September 2011 über ein prall gefülltes Auftragsbuch von 740 Mio. Euro. Damit dürfte für Bauer eine dreijährige Phase sinkender Gewinne zu Ende gehen. „Der hohe Auftragsbestand lässt für 2012 und die Folgejahre bei der Gesamtkonzernleistung Wachstumschancen von jährlich fünf bis zehn Prozent erwarten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Bauer. „Dabei sind die Chancen durch das mögliche Sanierungsprojekt am Mossul- Damm im Norden des Irak noch nicht berücksichtigt.“

Zu möglichen Ergebnisauswirkungen des Megaprojekts möchte sich der Vorstand erst nach der endgültigen Vertragsunterzeichnung äußern. Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe geht davon aus, „dass die kalkulierten Margen deutlich über den jeweiligen Zielmargen liegen dürften, um die Risiken dieses Mammutprojekts entsprechend zu berücksichtigen.“ Im Segment Bau, das für rund 40 Prozent der Konzernerlöse steht, hat sich Bauer eine Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fünf bis sechs Prozent vorgenommen. In der Sparte Maschinen, ebenfalls für 40 Prozent des Umsatzes verantwortlich, liegt das Ebit-Margenziel sogar bei 13 bis 15 Prozent.

Nächster Abschnitt: Teil 2: Positiver Effekt

In diesem Artikel
  1. Bauer ist wieder auf dem Damm
  2. Teil 2: Positiver Effekt

 

© 2012 ftd

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