Der Autobauer ringt mit der staatlichen KfW-Bank um Details für den Verkauf seines Anteils am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern. Der Umbau bei
EADS stockt.
Daimlers Rückzug aus dem Luft- und Raumfahrtkonzern
EADS ist schwieriger als erwartet. Bereits der erste Meilenstein beim Verkauf eines 7,5-Prozent-Anteils an die staatlich kontrollierte KfW Bankengruppe wurde verfehlt.
Daimler teilte im November mit, dass bis Jahresende 2011 eine Absichtserklärung mit der KfW-Bank unterzeichnet werden soll. Doch bei der KfW-Bank und
Daimler hieß es auf Anfrage der FTD, dass dies bislang noch nicht passiert ist. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet.
Ein Daimler-Sprecher betonte am Mittwoch, es bleibe bei den mit der Bundesregierung abgestimmten und vorgestellten Plänen, die einen EADS-Teilausstieg in diesem Jahr vorsehen.
Die Einhaltung des Zeitplans ist aus industriestrategischer und finanzieller Sicht von enormer Bedeutung. Mit dem KfW-Einstieg würde die deutsch-französische Balance bei
EADS trotz
Daimler-Rückzug bestehen bleiben.
Daimler will sich von 7,5 Prozent trennen, die derzeit an der Börse 1,53 Mrd. Euro wert sind. Wie hoch der Buchgewinn und damit der Sonderertrag für
Daimler ausfällt, ist noch offen.
Wie es bei Kennern der Materie heißt, sind die EADS-Verträge so komplex und der Zeitrahmen so eng bemessen, dass die Verhandlungen länger dauern. Zudem werde durchgespielt, dass die KfW-Bank auch Anteile aus einem weiteren 7,5-Prozent-EADS-Paket übernimmt, das bei Banken und Bundesländern liegt. Bei dem sogenannten Daedalus-Paket laufen die Verträge spätestens im Herbst 2013 aus. Um den KfW-Einstieg bei dem Luftfahrtkonzern wie geplant umzusetzen, muss in diesem Jahr sogar das Übernahmegesetz in den Niederlanden angepasst werden, wo
EADS seinen Firmensitz hat. Andernfalls bestünde das Risiko, dass die KfW-Bank ein Angebot an die anderen EADS-Aktionäre machen müsste.
Vor dem Hintergrund der komplexen Fragen dürfte der EADS-Vorstand insgeheim hoffen, dass ein eigener Vorschlag für mehr Privatisierung und weniger Staat doch noch zum Zuge kommen könnte. EADS-Chef Louis Gallois sieht dafür aber erst Chancen nach den französischen Wahlen im Frühjahr.
Die KfW-Daimler-Diskussion ist nur eine von vielen offenen Fragen, die unter Zeitdruck gelöst werden müssen. Im Sommer soll die deutsch-französische Rotation an der EADS- und Airbus-Spitze umgesetzt werden. Doch bislang gibt es keine Einigung im Mix aus deutsch-französischen persönlichen und staatlichen Interessen. Es gab die Hoffnung, bis zur Jahresauftaktpressekonferenz am Dienstag die Neubesetzungen zu präsentieren. Jetzt könnte es Ende Januar werden.
Die Hängepartie wird daran deutlich, dass die 2012 auslaufenden Verträge von Airbus-Chef Thomas Enders (53), Finanzvorstand Hans Peter Ring (60), Strategievorstand Marwan Lahoud (45) und Personalvorstand Jussi Itävuori (56) noch nicht verlängert sind. Es gilt jedoch als sicher, dass Enders Nachfolger des scheidenden EADS-Vorstandschefs Louis Gallois (67) wird und der Franzose Fabrice Brégier (50) neuer Airbus-Chef.
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