Mit 785 000 Euro bekommt der Aufsichtsratsvorsitzende von
Volkswagen am meisten Geld. Die anderen DAX-Unternehmen zahlen deutlich weniger. Grund: Die Vergütung wird unterschiedlich berechnet.

Für Ferdinand Piëch wird 2011 ein gutes Jahr werden. Der Patriarch dürfte für seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von
Volkswagen in diesem Jahr etwa 785 000 Euro verdienen. Das ist nicht nur ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr, sondern auch deutlich mehr als die anderen großen DAX-Unternehmen zahlen. Das zeigt eine aktuelle Prognose der Unternehmensberatung Towers Watson. Gerhard Cromme, der Aufsichtsratschef von
Siemens, bekommt zwar mehr als 200 000 Euro weniger als Piëch bei
VW, erhält aber mit knapp 600 000 Euro immer noch fast das Doppelte des DAX-Schnitts. Nach Angaben von Towers Watson verdient ein Oberaufseher in einem DAX-Unternehmen in diesem Jahr durchschnittlich knapp 300 000 Euro. Am Ende der Gehaltsleiter steht mit knapp 68 000 Euro der Aufsichtsratsvorsitzende von
Merck.
Hintergrund für diese teilweise eklatanten Unterschiede ist, dass die Vergütung von jedem Unternehmen nach eigenem Ermessen berechnet wird. Das Gehalt eines Aufsichtsrates setzt sich aus drei Teilen zusammen: der festen Vergütung, der variablen Vergütung und der Ausschussvergütung. Die feste Vergütung ist, wie der Name sagt, der Grundstock des Gehalts. Interessant ist, dass
VW nach
Merck den niedrigsten Festbetrag zahlt, nämlich nur 18 000 Euro. Den größten Teil seiner Vergütung erhält Piëch über die variable Bezahlung. Die hängt vom Erfolg des Unternehmens ab und kann kurzfristig oder langfristig berechnet werden: Bei der kurzfristigen misst der Konzern den Betrag am wirtschaftlichen Erfolg des vergangenen Jahres, bei der langfristigen wird die Entwicklung über einen Zeitraum von beispielsweise drei Jahren betrachtet. Bei Piëch kommt in diesem Jahr größtenteils die kurzfristige Komponente zum Tragen: Von den 785 000 Euro für das gesamte Jahr 2011 sind etwa 760 000 Euro Tantieme.
Ausbalancierte Vergütung wäre Perfekt
Grundsätzlich wenden sich die DAX-Unternehmen allerdings von den Tantiemen ab. Während 2005 noch 87 Prozent der 30 DAX-Unternehmen ergebnisabhängig gezahlt haben, sind es 2011 nur noch 70 Prozent. „Eine langfristige Vergütung entspricht am ehesten den Aufgaben, die ein Aufsichtsrat erfüllen muss, und macht die Nachhaltigkeit sichtbar“, sagt Olaf Lang, Leiter des Beratungsbereichs Talent & Rewards bei Towers Watson. Perfekt wäre seiner Meinung nach eine ausbalancierte Vergütung, bei der Festbetrag, langfristige Vergütung und Ausschussvergütung jeweils etwa ein Drittel des gesamten Gehalts ausmachen.
Faustregel passt
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