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Ausgliederung Software AG treibt Umbau voran

[14:29, 28.03.11]


Die  Software AG leitet nach der Fusion mit  IDS Scheer die letzten Umbaumaßnahmen ein. Der Konzern gliedert Teile von  IDS Scheer in eine neue Tochtergesellschaft aus.


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Das geht nach FTD-Informationen aus der Tagesordnung zur Hauptversammlung hervor, die in dieser Woche an die Aktionäre verschickt wird.

Die Ausgliederung ist ein rein formaler Schritt und soll unter anderem Steuervorteile bringen. Die betroffenen IDS-Scheer-Berater erhoffen sich davon auch mehr Unabhängigkeit. Doch der Vorstand hat andere Pläne.

2009 übernahm die  Software AG die Mehrheit an  IDS Scheer für rund 490 Mio. Euro. Weil einige IDS-Scheer-Aktionäre ihre Anteile nicht verkaufen wollten, musste die  Software AG auf eine Fusion umschwenken. Die IDS-Dachgesellschaft wurde Ende 2010 auf die Holding der  Software AG verschmolzen, das damals enthaltene operative Geschäft wird jetzt wieder vom Verwaltungsapparat getrennt. Das sind der Vertrieb der Aris-Software und das deutsche SAP-Beratungsgeschäft.

Mit  IDS Scheer kaufte die  Software AG nicht nur die Analysesoftware Aris, sondern auch einen großen Stamm von Beratern, die bei der Implementierung von SAP-Systemen helfen. Davon erhofft sich die  Software AG Zugang zu SAP-Kunden, um eigene Produkte zu verkaufen – vor allem Programme zur Prozessoptimierung und Integration von Software – die Umsatztreiber des Konzerns.

Bei ehemaligen IDS-Mitarbeitern stößt das auf Skepsis. Viele der SAP-Berater wünschten sich mehr Ferne vom Produktgeschäft der  Software AG, sagte ein Arbeitnehmervertreter. Bei den betroffenen deutschen Beratern komme die Ausgliederung deshalb gut an. Sie hofften, weniger vom Tagesgeschäft des Gesamtkonzerns getrieben zu sein. Außerdem könnten sie unter der alten Marke agieren. Die neue Tochter mit etwa 1000 Mitarbeitern heißt  IDS Scheer Consulting.

Die Beratungssparte umfasst neben dem deutschen Geschäft auch ausländische Töchter. Zum Konzernumsatz trug der Bereich 2010 rund ein Fünftel bei, vor allem wegen der Auslandstöchter stand unterm Strich aber ein Verlust. Das soll sich dieses Jahr ändern. Tobias Ortwein, Analyst bei Pierre Audoin Consultants, sieht dafür gute Chancen: Der Markt für SAP-Dienste sei im Augenblick sehr robust. Allerdings täte mehr Nähe zum Hauptgeschäft gut, um höhere Synergien zu heben, so Ortwein.

Die geplanten Synergien aus der Übernahme hatte die  Software AG 2010 übertroffen. Konzernweit ist die Integration aber noch nicht abgeschlossen: Die Betriebsräte haben erst kürzlich eine Integrationsvereinbarung ausgehandelt. Die Wogen hätten sich inzwischen geglättet, heißt es auf Arbeitnehmerseite. Anfangs sei die Fluktuation vor allem bei den Beratern hoch gewesen. Seit der Übernahme ist die Zahl der Stellen um rund 440 auf 5644 gesunken. Rund 150 Stellen sind aktuell nicht besetzt.


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© 2011 ftd, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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