Zwist zwischen dem Bundesfinanzminister und der Deutschen Bank: Wolfgang Schäuble hat den Finanzmarkt und das Geldinstitut wegen der angestrebten Eigenkapitalverzinsung gerügt, die unvernünftig und nicht nachhaltig sei.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat das Verhalten der Finanzmärkte und auch der
Deutschen Bank in Person des Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann kritisiert. Eine "Rendite von 25 Prozent" vor Steuern, wie Ackermann sie für angemessen halte, könne ein produzierendes Unternehmen nicht erwirtschaften, sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Daraus müssen wir schließen, dass der Finanzmarkt sich nur noch um sich selbst dreht, statt seine Aufgabe zu erfüllen und eine vernünftige, nachhaltig wachsende Wirtschaft zu finanzieren. Das müssen wir ändern."
Ein Sprecher des größten deutschen Bankhauses entgegnete am Sonntag, die Aussage, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern sei "in der sogenannten realen Wirtschaft nicht zu erzielen, ist nachgewiesenermaßen falsch und wird auch durch Wiederholung - von wem auch immer - nicht richtig".
Er verwies auf Daten der Deutschen Bundesbank, nach denen die durchschnittliche Eigenkapitalrendite vor Steuern im Verarbeitenden Gewerbe beispielsweise im Zeitraum 1994 bis 2007 rund 32 Prozent betragen habe, im Jahr 2007 sogar durchschnittlich 37,2 Prozent. Für die
Deutsche Bank ist eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent eine wichtige langfristige Zielmarke.
Die Eigenkapitalrendite errechnet sich aus dem in der Bilanz stehenden Eigenkapital einer Firma im Verhältnis zum aktuellen Jahresgewinn. Die staatliche Förderbank KfW hatte im November in einer Studie darauf hingewiesen, dass das 25-Prozent-Ziel nicht so ehrgeizig sei wie oft vermutet.
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