Der Bergbaukonzern
BHP Billiton hält seine Rivalen auf Distanz. Zwar ging der Gewinn von
BHP im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres nach Angaben vom Mittwoch mit 9,94 Mrd. Dollar binnen Jahresfrist um sechs Prozent zurück. Dennoch verdient der Konzern im Schnitt in sechs Monaten noch immer deutlich mehr als das frisch vermählte 90-Mrd.-Dollar Firmenpaar aus Glencore und Xstrata in einem ganzen Jahr - und dies mit einem deutlich geringeren Umsatz. Grund für die Stärke von
BHP ist genau wie bei dem wichtigsten Konkurrenten
Rio Tinto vor allem das hoch profitable Eisenerz-Geschäft.
Konzernchef Marius Kloppers strotzte bei der Bilanzvorlage vor Zuversicht: "Die Kapazität dieser Organisation, die Dinge umzuleiten, zu steuern und sich anzupassen und dabei gleichzeitig die Investitionen und Gewinne auf relativ stabilem Niveau zu halten sucht in der Branche ihresgleichen." Tatsächlich konnte
BHP die wirtschaftliche Unsicherheit zuletzt weitgehend mit vergleichsweise geringen Kosten und hochwertigen und langlebigen Projekten wettmachen.
Das Unternehmen warnte jedoch erneut, dass die Rohstoffpreise wegen des unsicheren Konjunkturausblicks mindestens bis Jahresende schwankungsanfällig bleiben dürften. Zudem werde sich auf lange Sicht die Nachfrage des Schlüsselkunden China verlangsamen. Trotz dieser Widrigkeiten hält der Konzern an seinem Ziel fest, 27 Mrd. Dollar in Wachstumsprojekte zu investieren. Kloppers erklärte zudem, dass ihm die Schuldenkrise in Europa derzeit weniger Sorgen macht als am Jahresende. Er zeigte sich deshalb trotz des zurückhaltenden Ausblicks zuversichtlich, dass die ehrgeizigen Expansionsprojekte dem Konzern in diesem Jahr ein solides Wachstum bescheren werden.
Im gesamten Kalenderjahr 2011 verdiente
BHP abgesehen von Sonderausgaben vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 38,5 Mrd. Dollar. Glencore und Xstrata kamen zusammen auf 16,2 Mrd. Dollar und erreichten damit noch nicht einmal die Hälfte dieser gewaltigen Summe. Dabei machte
BHP weniger als halb so viel Umsatz wie die Fusionspartner. Dadurch kann
BHP eine Gewinnspanne von 51 Prozent vorweisen, während sich Glencore-Xstrata mit vergleichsweise mickrigen 7,7 Prozent begnügen musste.
Die Aktien von
BHP gaben in Sydney trotz der soliden Geschäftszahlen etwas nach, weil einige Anleger darauf gesetzt hatten, dass der Konzern mehr Geld an seine Aktionäre ausschüttet.
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