Die Aktie des Kranherstellers
Demag Cranes ist zuletzt stark gefallen. Doch das Schlimmste ist überstanden. Die harten Sparmaßnahmen und Kostensenkungen haben gefruchtet und das Unternehmen zurück in die Gewinnzone geführt.
Demag Cranes
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Aloysius Rauen, Vorstandsvorsitzender des Kranspezialisten
Demag Cranes, versteht es, den Anlegern Mut zu machen. Im Mai, zur Präsentation der mäßigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal, verwies er auf die langen Vorlaufzeiten bei der Kranproduktion. Daher werde der Konjunkturaufschwung erst deutlich später beim Konzern durchschlagen.
Die jüngst präsentierten Zahlen für das dritte Quartal zeigen, dass Rauen zumindest teilweise mit seiner Prognose richtig lag. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 5,3 auf 10 Mio. Euro. Zudem erreicht der Konzern einen Nettogewinn von 4,1 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 31,3 Mio. Euro zu Buche stand. Der Gewinnsprung fußte aber überwiegend auf Kostensenkungen und höheren Wartungs- und Reparaturaufträgen. Der Umsatz indes schrumpfte erneut, und zwar um sieben Prozent auf 205,1 Mio. Euro.
Für einen Hersteller von Kränen und Entladungsanlagen sollte der Umsatzrückgang aber keine große Überraschung sein. Es bestätigt lediglich die Faustregel, dass die Erlöse bei spätzyklischen Unternehmen in der Regel ein halbes Jahr später anziehen als bei Frühzyklikern. Demnach wäre für die kommenden Monaten noch einiges zu erwarten – so wie es Rauen im Mai angekündigt hatte.
An der Börse verfangen die Versprechen des Vorstandschef jedoch nicht. In den vergangenen vier Wochen brach der Kurs um fast 15 Prozent ein. Nur zwei MDAX-Mitglieder haben sich im gleichen Zeitraum schlechter entwickelt. Ingo-Martin Schachel, Aktienanalyst der
Commerzbank, erklärt den Kursverfall vor allem damit, dass das Management nun seine Ebit-Prognose für das Gesamtjahr mit 45 bis 50 Mio. Euro konkretisiert hat – weniger, als die Analysten im Schnitt vorher prognostiziert hatten.
Vielleicht hatte Rauen einfach zu hohe Erwartungen geschürt. Ein solch drastischer Kurseinbruch ist jedenfalls kaum nachvollziehbar. Schließlich signalisieren die Auftragseingänge mit einem Plus von knapp 40 Prozent auf 243 Mio. Euro eine bessere Zukunft. Mut macht vor allem, dass die Industriekransparte mit 49,5 Prozent einen besonders deutlichen Zuwachs verzeichnete. Rund 50 Prozent der Erlöse erzielt der Düsseldorfer Konzern in dem Segment.
Für das nächste Geschäftsjahr, das im Oktober beginnt, sieht die Lage also besser aus. „Die gut gefüllten Orderbücher werden sich im nächsten Geschäftsjahr auch beim Umsatz widerspiegeln“, so Schachel. Er erhofft sich vor allem stärkere Impulse aus Asien: „Durch die Ausweitung des Produktangebots auf das Mittelsegment, das in den Schwellenländern den größten Markt ausmacht, wird die Expansion in diesen Staaten beschleunigt.“ Bisher ist die Produktpalette ausschließlich mit Kränen, Maschinen und Komponenten aus dem Premiumbereich bestückt.

Dennoch tragen die Schwellenländer schon heute ein Drittel zum Gesamtumsatz bei. Mittel- bis langfristig sei eine Steigerung auf mehr als 40 Prozent möglich, sagt Thomas Rau, Aktienanalyst bei M.M. Warburg. Dazu kommen die geplanten Einsparungen von jährlich 60 Mio. Euro, die sich ebenfalls positiv in der Bilanz bemerkbar machen sollten.
Doch nicht nur die Gewinnaussichten überzeugen, auch die günstige Bewertung der Aktie. „Für das kommende Geschäftsjahr ist der Anteilschein gerade mal mit dem Neunfachen des zu erwartenden Gewinns bewertet“, sagt Schachel aus Basis seiner Gewinnannahmen. Zum Vergleich: Die Maschinenbaubranche weist für 2011 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von im Schnitt 13 auf. Gemäß Schachels Kursziel von 34 Euro verspricht die Aktie einen Kursgewinn von rund 36 Prozent. Nur eine erneut deutliche Abschwächung der Konjunktur sollte dieses Ziel gefährden.
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