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Deutsche Bank Ackermann belebt Renditetraum

[10:52, 09.03.09]


Für viele steht diese Zahl für Größenwahn und maßlosen Glauben an die Macht des Geldes: die magischen 25 Prozent Eigenkapitalrendite, die die  Deutsche Bank jahrelang verfolgte. Ihr Chef hält sie nun für bald wieder erreichbar.


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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann rechnet mit einer raschen Rückkehr des Sektors zu hohen Eigenkapitalrenditen. "Ich wäre nicht überrascht, wenn einige schon im ersten Quartal wieder Renditen von über 20 Prozent erreichen", sagte Ackermann dem "Handelsblatt". Auch 25 Prozent hält der Schweizer künftig wieder für realistisch.

In den Boomjahren hatten Banken ihre Renditeziele immer weiter nach oben geschraubt. Dies gilt als eine der Ursachen für die Finanzkrise. Das Management der  Deutschen Bank selbst hatte sich eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern zum Ziel gesetzt - was ihm heftige Kritik für vermeintliche Maßlosigkeit und Größenwahn eingebracht hatte.

Im Zuge der Krise verlangt der Markt von den Instituten deutlich höhere Eigenkapitalquoten, was das Erwirtschaften höherer Renditen erschwert. Zudem ist zu erwarten, dass die Banken sich in den kommenden Jahren zwangsläufig von riskanten Produkten und Geschäftsfeldern abwenden und wieder auf das klassische Bankgeschäft konzentrieren werden, das allerdings deutlich weniger Marge abwirft.

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Ackermann sagte dem "Handelsblatt", die  Deutsche Bank habe auch im Februar von einer guten Geschäftsentwicklung profitiert, nachdem schon im Januar Erträge von 2,8 Mrd. Euro aufgelaufen waren. "Der Februar hat diese Entwicklung in der Tendenz bestätigt."

Die Aussagen stützten die Aktien des Instituts am Montag: Die Papiere notierten gut ein Prozent über ihrem Freitagsschluss bei 19 Euro, nachdem sie in der Vorwoche fast zehn Prozent eingebüßt hatten.

BÖRSE ONLINE bekräftigt die Verkaufsempfehlung für die  Deutsche Bank. Vorstandschef Ackermann versucht zwar mit Interviews den Aktienkurs nach oben zu treiben, mittelfristig dürfte er damit jedoch keinen Erfolg haben. Denn Investoren haben noch viele Fragen. Zum Beispiel: Wie viele Milliarden Dollar aus dem US-Rettungsfonds für die Finanzbranche hat der angeschlagene Versicherer  AIG an Institute wie die  Deutsche Bank weitergeleitet? Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat die  Deutsche Bank als Gegenpartei bei den Derivate-Geschäften zwischen September und Dezember sechs Milliarden Dollar erhalten.

Die News aus dem Sektor bleiben ohnehin schlecht, weshalb der Branchenindex Dow Jones Stoxx Banken heute um 4,5 Prozent einbricht und den gesamten Aktienmarkt nach unten zieht. Seit Jahresanfang ist der Index um 45 Prozent eingebrochen. Der englische Konzern Lloyds Banking Group verhandelt derzeit mit dem Staat, wonach letzterer Garantien für faule Wertpapiere und Kredite von 260 Milliarden Pfund übernehmen wird. Für die ersten 25 Milliarden Pfund an entstehenden Verlusten wird die Bank selbst gerade stehen. Investoren müssen eine bittere Pille schlucken. Für die Übernahme der Risiken steigt der Staatsanteil von 43 auf 65 Prozent. Die Altaktionäre werden damit weiter verwässert. Das Papier setzt die Talfahrt heute fort.

Die Aktie von  HSBC stürzt heute sogar auf ein 14-Jahres-Tief ab. Leerverkäufer haben die Papiere veräußert, in der Hoffnung sie nach der anstehenden Kapitalerhöhung günstiger zurück zu kaufen. In der vergangenen Woche hat der Konzern nach schwachen Geschäftszahlen eine Kapitalerhöhung im Verhältnis zwölf zu fünf angekündigt. Seitdem ist der Börsenwert um 37 Milliarden Dollar gesunken. Da die schlechten Nachrichten aus dem Sektor in den nächsten Monaten nicht abreißen dürften, sollten Anleger die Branche weiter meiden.


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