Dividenden sind wieder en vouge. Das ist zumindest das Ergebnis der Studie, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Portfolio-Strategien (dips) erstellt hat.
Zwar sank die Dividenden-Summe 2009 aller 332 Unternehmen im Prime Standard im Schnitt um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker sagt: "Aus meinen Aufsichtsratsmandaten und von unseren Hauptversammlungssprechern weiß ich, dass der Stellenwert der Dividende heute größer denn je ist - bei Unternehmen wie auch bei den Anteilseignern." Ähnliches weiß auch der Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI) zu berichten: Von den 2,3 Milliarden Euro, die im ersten Quartal 2010 in Aktienfonds geflossen sind, gingen 1,5 Milliarden an Dividendenfonds.
Unterm Strich schütten die Prime-Unternehmen in diesem Jahr fast 27,3 Milliarden Euro aus. Dabei gilt das Motto "big ist beautiful", denn der Löwenanteil entfällt mit knapp über 24 Milliarden Euro auf die DAX-Konzerne. Auch ist die Wahrscheinlichkeit der Dividendenausschüttung bei den DAX-Tankern am größten. "Das hängt unter anderem mit der besseren Refinanzierung der großen Emittenten zusammen", erklärt Eric Frère vom dips. "Die größten Dividendenzahler sind Unternehmen mit einer tendenziell defensiven Strategie: So entfällt auf
RWE,
Deutsche Telekom, Eon,
Allianz und
BASF ein Cash-Ausschüttungsvolumen von insgesamt über 13,6 Milliarden Euro - diese fünf Großkonzerne zahlen also fast die Hälfte der gesamten Dividendensumme aus."
Ein Blick jenseits der Landesgrenze kann sich für Anleger lohnen. Denn Länder wie Großbritannien oder Italien haben eine andere Dividendenmentalität: Ihre Dividendenrendite lag 2009 im Schnitt höher als in old germany (Großbritannien: 3,4 Prozent; Italien: 3,4 Prozent) und die Ausschüttungsquote war dafür niedriger (Großbritannien: 44,1 Prozent; Italien: 41,8 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland betrug die durchschnittliche Dividendenrendite 2, 8 Prozent und die Ausschüttungsquote 53,7 Prozent. Und auch außerhalb der Eurozone locken starke Dividendenzahler: So schlug sich der Div Stoxx besser als der Div Eurostoxx.
Empfehlen