Das Institut geht über die Forderungen der Europäischen Bankenaufsicht hinaus: Bis Ende Juni soll die Kernkapitalquote auf elf Prozent steigen. Die Aktie macht einen Freudensprung.
Commerzbank
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Die
Commerzbank will die von der europäischen Finanzaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von 5,3 Mrd. Euro aus eigener Kraft schließen. Bis Ende 2011 sei das Defizit bereits um rund 3 auf 2,3 Mrd. Euro gesunken, teilte die Bank heute mit. Bis zur Jahresmitte würden weitere Maßnahmen umgesetzt, insgesamt böten sie ein Potenzial von 6,3 Mrd. Euro. Investoren reagierten begeistert auf diese Nachricht. Die Commerzbank-Aktie schoss kurz nach Veröffentlichung der Meldung um 13 Prozent nach oben auf mehr als 1,60 Euro.
Die EBA hatte im Vorjahr getestet, ob Europas Banken ausreichend kapitalisiert sind, um ein Ausufern der Staatsschuldenkrise zu überstehen. Unter Berücksichtigung der Staatsanleihenkurse von Ende September verlangt die Behörde eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent, die die Institute bis Ende Juni erreichen müssen. Der Stresstest deckte insgesamt eine Kapitallücke bei von 115 Mrd. Euro bei den europäischen Instituten auf. Deutschen Banken fehlen 13,2 Mrd. Euro, davon entfällt der größte Brocken auf die
Commerzbank.
Die Hälfte ist bereits geschafft
Deutschlands zweitgrößtes Institut sieht sich auf einem guten Weg, die Lücke aus eigener Kraft zu stopfen. Von den bereits erreichten 3 Mrd. Euro entfallen per Ende Dezember etwa 1,2 Mrd. Euro auf einbehaltene Gewinne für das vierte Quartal. Das Ergebnis enthält einen Sonderertrag von 735 Mio. Euro aus dem Rückkauf hybrider Anleihen unter dem Nennwert. Zusätzliche Abschreibungen auf griechische Anleihen, die derzeit mit einem Abschlag von 50 Prozent in den Büchern stehen, sind darin aber nicht berücksichtigt. Durch den Abbau riskanter Vermögenswerte konnte das Geldhaus bis Ende Dezember ihr Kernkapital um weitere 1,6 Mrd. Euro entlasten.
Das noch bestehende Defizit will die Bank mehr als ausgleichen. "In den kommenden gut fünfeinhalb Monaten planen wir, mit mehreren Maßnahmen den Bedarf an hartem Kernkapital zusätzlich um bis zu 3,3 Mrd. Euro zu entlasten", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing. Dazu sollen noch einmal risikobehaftete Vermögenswerte im Volumen von 17 Mrd. Euro abgebaut werden, was die harte Kernkapitalquote um 1,5 Mrd. Euro entlasten würde. Der Bilanzabbau solle aber nicht zu einer Einschränkung der Kreditvergabe in Deutschland führen, betonte das Institut.
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