Mehr Einfluss für die deutsche Regierung bei der Airbus-Mutter: Der Bund wird sich wohl über die Staatsbank KfW am Flugzeug- und Rüstungskonzern beteiligen - und
Daimler einen wesentlichen Anteil abkaufen.
Deutschland will beim Airbus-Mutterkonzern
EADS einsteigen - und zwar über die Staatsbank KfW. Dieses Modell werde klar favorisiert, um das deutsch-französische Machtgleichgewicht bei
EADS zu sichern, hieß es am Mittwoch in Berliner Regierungskreisen, auf die sich die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters beriefen. Das Geschäft werde aus rechtlichen Gründen nicht vor Juli 2012 über die Bühne gehen.
Hintergrund ist
Daimlers geplanter partieller Ausstieg aus dem Flugzeug- und Raumfahrtkonzern. Der Stuttgarter Autohersteller hatte vor Monaten angekündigt, seine EADS-Beteiligung möglichst bald auf maximal 7,5 Prozent zu senken.
Derzeit hält
Daimler 15 Prozent am Kapital von
EADS und übt darüber hinaus die Stimmrechte für ein weiteres 7,5-Prozent-Paket aus, das bei einer Gruppe von vornehmlich deutschen Finanzinvestoren liegt. Diese hatten wiederholt ihre Verkaufsbereitschaft signalisiert.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte lange einen privaten Investor gesucht, der zumindest Teile der Daimler-Beteiligung übernehmen könnte - letztlich erfolglos. Nun dürfte wohl der gesamte Anteil bei der KfW landen, hieß es. Details seien offen. Der französische Anteil an
EADS liegt ebenfalls bei 22,5 Prozent. Wieviele Aktien und zu welchem Preis die KfW kaufen will, war zunächst nicht bekannt.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist ein alternativ geprüfter Einstieg des Staatsfonds des Emirats Katar mittlerweile vom Tisch. Rösler hatte mit dem arabischen Wüstenstaat über eine Beteiligung verhandelt. In Regierungskreisen wurde betont, der Einstieg eines ausländischen Staatsfonds sei "industriepolitisch schwer vermittelbar".
Das Kanzleramt favorisierte seit langem eine KfW-Lösung, weil sich kein überzeugender privater Investor fand. Direkt einmischen wolle sich Berlin in die EADS-Geschäfte nicht. Beispielsweise wolle die Bundesregierung keinen Vertreter in den Aufsichtsrat schicken.
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