Am 26. Februar ist es wieder so weit.
Zum 84. Mal verleiht die National
Academy of Motion Picture Arts and
Sciences den begehrtesten Filmpreis der
Welt: den Oscar. Da noch nicht feststeht,
wer für eine der goldbeschichteten Statuetten
nominiert wird, orakeln Filmfreaks
und Fachjournalisten im Internet nach
Herzenslust über die ihrer Ansicht nach
vielversprechendsten Anwärter.
An der Börse ist das Rätselraten passé.
Banken und Fondsanbieter haben schriftlich
dargelegt, mit welcher Strategie Anleger
die zittrigen Zeiten gut überstehen und
welche Papiere im besten Fall ansehnliche
Renditen abliefern. Die Chancen, dass die
genannten Aktienfavoriten in den kommenden
Monaten überdurchschnittlich
abschneiden, stehen gut. Ähnlich wie der
Film-Oscar, der die Kassen der Verleiher
erst so richtig zum Klingen bringt, sind die
Aktienprämierungen einflussreicher Strategen
an der Börse bares Geld wert – insbesondere
dann, wenn gleich mehrere
Auguren unabhängig voneinander ein und
denselben Titel empfehlen.
Deshalb hat BÖRSE ONLINE die druckfrischen
Investmentdrehbücher von
16 Häusern analysiert und geschaut, welche
Dividendenpapiere in mindestens drei,
besser in noch mehr Favoritenlisten auftauchen.
Ergebnis: 22 Aktien erzielen besonders
häufig Bestnoten (Tabelle rechts). Anschließend
unterzogen wir die Argumente
der Fachleute einem Plausibilitätscheck.
Nicht alle Expertenlieblinge bestehen
den Härtetest der Redaktion. Beim Chemieund
Pharmariesen
Bayer, beim Elektronikkonzern
Siemens sowie dem norwegischen
Telekommunikationsanbieter Telenor sollten
Anleger unserer Ansicht nach in Wartestellung
bleiben. Ganz und gar mysteriös
ist die Begeisterung der Profis für den Turbinenhersteller
Rolls-Royce, der sowohl bei
Kraftwerkskunden aus der Atomwirtschaft
als auch in der Komponentenfertigung für
den Flugzeugbau unter Druck geraten
könnte. Ähnlich skeptisch beurteilen wir
die Aktie des britischen Supermarktbetreibers
Tesco. Nach der jüngsten Gewinnwarnung – der ersten in der Firmengeschichte
– steht dem weltweit
drittgrößten Einzelhändler an
der Börse eine schmerzhafte
Neubewertung bevor.
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