Die Sorge über die Zukunft der
Hypo Real Estate haben im ganzen Markt große Unsicherheit geschürt. Die
Deutsche Bank, Eurohypo und Landesbanken sahen sich zu einer Äußerung über ihre Finanzlage gezwungen. Ihre Refinanzierung sei gesichert, beschworen die Unternehmen. Dazu nannten sie auch weitere Details.

Wir haben keine Liquiditätsengpässe, teilten heute einige Banken mit.
Die
Deutsche Bank, die NordLB, die BayernLB, die WestLB, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Eurohypo haben betont, dass ihre Refinanzierung gesichert ist. Sie widersprachen damit am Wochenende einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".
"Der Bedarf an Liquidität ist bei der
Deutschen Bank jeden Tag mehrfach überdeckt", sagt Hugo Bänziger, der Risikovorstand der Bank, zu "Spiegel online". Bänziger habe nach eigenen Worten vorsichtshalber den Anteil des langfristig zugesagten Kapitals deutlich erhöht, meldete die Internetseite am Sonntag. Das Kreditinstitut verfüge über "einen hohen dreistelligen Milliarden-Betrag an zentralbankfähigen Papieren", mit der es sich jederzeit Liquidität bei den Zentralbanken besorgen könne.
Zwar habe die
Deutsche Bank zum 30. Juni noch kurzfristige Finanzierungen von über 80 Milliarden Euro in den Büchern geführt. Ein kleinerer Teil davon seien kurzfristig fällige Anleihen, sogenannte Commercial Papers, bei denen der Markt in den vergangenen Wochen nahezu zusammengebrochen ist. Doch Bänziger habe gesagt, dass "gute Adressen wie die
Deutsche Bank,
BNP Paribas,
HSBC und
JP Morgan weiterhin Commercial Papers platzieren können".
Hintergrund der Angaben zu den Fristen der Finanzierung sind die Schwierigkeiten der
Hypo Real Estate, deren Überleben wieder auf der Kippe steht. Deren Tochter Depfa hatte sich mit Zinswetten verspekuliert: Die Depfa finanzierte einen Teil ihres insgesamt mehr als 230 Milliarden Euro schweren langfristigen Kreditportfolios mit kurzfristigen Finanzmitteln. Als der Geldmarkt durch den Vertrauensverlust aus der Finanzkrise austrocknete, versiegten die kurzfristigen Geldquellen.
Auch NordLB-Sprecher Jan-Peter Hinrichs betonte am Sonntag, der Liquiditätsbedarf der NordLB sei gedeckt. "Wir haben eine konservative Refinanzierungsstrategie. Das deckt sich auch mit der Bestätigung unseres "A"-Ratings mit stabilem Ausblick durch S&P am Freitag", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die NordLB refinanziere langfristige Aktiva langfristig und kurzfristige kurzfristig.
Kein Liquiditätsengpass
"Der Eurohypo droht kein Liquiditätsengpass", dementierte Eurohypo-Sprecherin Gisela Brandhoff am Samstag. Der Mutterkonzern
Commerzbank hatte bereits am Montag erklärt, sein Geldbedarf für 2008 sei gedeckt. Die
Commerzbank stütze sich zu einem wesentlichen Teil auf Einlagen, die als stabile Refinanzierungsquelle dienten. Die Refinanzierung aller Konzerngesellschaften einschließlich der Eurohypo werde über die Zentrale gesteuert.
Auch andere Landesbanken wiesen die Magazinmeldung von sich. "Die BayernLB wird innerhalb des nächsten Jahres ca. 20 Milliarden Euro für auslaufende Anleihen refinanzieren. Aufgrund der stabilen Kunden-, Funding- und Investorenbasis der Bank wird dies ohne Probleme möglich sein", sagte Landesbank-Sprecher Matthias Priwitzer. "Die BayernLB verfügt über hohe Liquiditätsreserven, die sich auch seit Ausbruch der Finanzmarktkrise nicht signifikant verändert haben. Diese Reserven decken das ausstehende Refinanzierungsvolumen um ein Mehrfaches ab", ergänzte er.
"Die WestLB verfügt über ausreichende Liquidität trotz schwieriger Märkte", sagte WestLB-Sprecher Marc-Sven Kopka. Auch die Stuttgarter LBBW wies den "Spiegel"-Bericht zurück. "Die LBBW verfolgt traditionell eine ausgeglichene Refinanzierungspolitik. Langfristige Vermögenswerte werden daher langfristig und kurzfristige Aktiva kurzfristig refinanziert", erklärte LBBW-Sprecher Michael Pfister. Den fälligen Anleihen stünden fällige Vermögenswerte in entsprechender Höhe gegenüber. Derzeit sei der Bedarf für den gesamten LBBW-Konzern für 2008 mit 20 Milliarden Euro komplett gedeckt. 2009 werde der gesamte geplante Refinanzierungsbedarf mit deutlich unter 20 Milliarden Euro inklusive Pfandbriefen auf den niedrigsten Stand in den letzten zehn Jahren sinken. Die Finanzaufsicht BaFin wollte sich zu dem "Spiegel"-Bericht nicht äußern.

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