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Halbleiterbranche Chipbranche fürchtet Überangebot

[09:01, 08.09.10]


Der Boom bei Speicherbausteinen scheint sich dem End zu mähern. Die Preise für Arbeitsspeicher sinken. Der weiterhin schwache PC-Markt beunruhigt die Hersteller der Speicherbausteine.


Die weltweiten Lager für Speicherchips könnten schon bald an ihre Grenzen stoßen. Weltmarktführer Samsung Electronics warnte gestern, wenn die schwache Konjunktur dem PC-Absatz weiter zusetze, könne es schon im kommenden Quartal so weit sein. Das nährt die Sorge, dass der Boom auf dem Markt für DRam-Speicher zu Ende geht. Die Speicherbausteine kommen in vielen Computern zum Einsatz. Nach einem ungewöhnlich starken ersten Quartal fallen die Preise für DRams seit Juli. Das Wachstum auf dem PC-Markt hat sich verlangsamt. Die Schuldenkrise in Europa droht die Nachfrage nach Rechnern und anderen Konsumgütern weiter zu schwächen.

„Verlangsamt sich der Markt weiter, könnten wir im vierten Quartal oder im ersten Quartal nächsten Jahres eine Form von Überangebot sehen“, sagte Kwon Oh-hyun, der bei dem südkoreanischen Konzern das Chipgeschäft leitet, auf einer Konferenz in Taipeh. Der Markt für DRam-Speicher sei dank der Nachfrage nach Mobiltelefonen und Servern stabil, so Kwon. Der schwächste Bereich sei der PC-Sektor. Vieles hänge dort vom amerikanischen Weihnachtsgeschäft ab, das Ende November mit dem Feiertag Thanksgiving beginnt.

„Wir alle wissen, dass es dem PC-Markt derzeit nicht gut geht. Wenn die Nachfrage nicht anzieht, werden die Lagerbestände wachsen“, sagte der Fondsmanager John Chiu von Fuh Hwa Securities Investment Trust in Taiwan. Noch gebe es allerdings Hoffnung, dass die Nachfrage während der langen chinesischen Ferien im Oktober oder zum chinesischen Neujahrsfest Anfang nächsten Jahres steige. Samsung und sein südkoreanischer Wettbewerber Hynix Semiconductor hatten schon in der Vergangenheit gewarnt, dass angesichts der unklaren Wirtschaftsprognose die Preise in der zweiten Jahreshälfte fallen könnten.

Für insgesamt 26 000 Mrd. südkoreanische Won (17,4 Mrd. Euro) will Samsung dieses Jahr seine Kapazitäten aufstocken und die Forschung und Entwicklung vorantreiben. Nächstes Jahr werde man die Ausgaben möglicherweise sogar auf 30 000 Mrd. Won aufstocken, erklärte Samsung-Chef Choi Gee-Sung vergangenes Wochenende. Schon jetzt investiert kein Unternehmen so aggressiv wie Samsung. Die Südkoreaner geben dieses Jahr allein 11 000 Mrd. Won für Halbleiter aus.

Der Investmentplan könnte der Auftakt für ein Überangebot an DRam-Speichern sein. Nicht nur die unsichere wirtschaftliche Situation schwächt die Nachfrage. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für kleinere Tablet-Rechner, in denen weniger DRam-Speicherbausteine zum Einsatz kommen als bei Desktops und Notebooks. Die Verkaufserfolge von Apples iPad haben Firmen wie Samsung,  Nokia,  Dell und LG dazu bewogen, mit eigenen Produkten an den Start zu gehen.


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© 2010 ftd, © Illustration: Bloomberg

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