Die weltweiten Lager für Speicherchips
könnten schon bald
an ihre Grenzen stoßen. Weltmarktführer
Samsung Electronics warnte
gestern, wenn die schwache Konjunktur
dem PC-Absatz weiter zusetze,
könne es schon im kommenden
Quartal so weit sein. Das nährt
die Sorge, dass der Boom auf dem
Markt für DRam-Speicher zu Ende
geht. Die Speicherbausteine kommen
in vielen Computern zum Einsatz.
Nach einem ungewöhnlich
starken ersten Quartal fallen die
Preise für DRams seit Juli. Das
Wachstum auf dem PC-Markt hat
sich verlangsamt. Die Schuldenkrise
in Europa droht die Nachfrage
nach Rechnern und anderen Konsumgütern
weiter zu schwächen.
„Verlangsamt sich der Markt weiter,
könnten wir im vierten Quartal
oder im ersten Quartal nächsten
Jahres eine Form von Überangebot
sehen“, sagte Kwon Oh-hyun, der
bei dem südkoreanischen Konzern
das Chipgeschäft leitet, auf einer
Konferenz in Taipeh. Der Markt für
DRam-Speicher sei dank der Nachfrage
nach Mobiltelefonen und
Servern stabil, so Kwon. Der
schwächste Bereich sei der PC-Sektor.
Vieles hänge dort vom amerikanischen
Weihnachtsgeschäft ab,
das Ende November mit dem Feiertag
Thanksgiving beginnt.
„Wir alle wissen, dass es dem PC-Markt
derzeit nicht gut geht. Wenn
die Nachfrage nicht anzieht, werden
die Lagerbestände wachsen“,
sagte der Fondsmanager John Chiu
von Fuh Hwa Securities Investment
Trust in Taiwan. Noch gebe es allerdings
Hoffnung, dass die Nachfrage
während der langen chinesischen
Ferien im Oktober oder zum chinesischen
Neujahrsfest Anfang
nächsten Jahres steige. Samsung
und sein südkoreanischer Wettbewerber
Hynix Semiconductor hatten
schon in der Vergangenheit gewarnt,
dass angesichts der unklaren
Wirtschaftsprognose die Preise
in der zweiten Jahreshälfte fallen
könnten.
Für insgesamt 26 000 Mrd. südkoreanische
Won (17,4 Mrd. Euro)
will Samsung dieses Jahr seine
Kapazitäten aufstocken und die
Forschung und Entwicklung vorantreiben.
Nächstes Jahr werde man
die Ausgaben möglicherweise sogar
auf 30 000 Mrd. Won aufstocken,
erklärte Samsung-Chef Choi
Gee-Sung vergangenes Wochenende.
Schon jetzt investiert kein Unternehmen
so aggressiv wie Samsung.
Die Südkoreaner geben dieses
Jahr allein 11 000 Mrd. Won für
Halbleiter aus.
Der Investmentplan könnte der
Auftakt für ein Überangebot an
DRam-Speichern sein. Nicht nur
die unsichere wirtschaftliche Situation
schwächt die Nachfrage. Immer
mehr Verbraucher entscheiden
sich für kleinere Tablet-Rechner, in
denen weniger DRam-Speicherbausteine
zum Einsatz kommen als
bei Desktops und Notebooks. Die
Verkaufserfolge von Apples iPad
haben Firmen wie Samsung,
Nokia,
Dell und LG dazu bewogen, mit
eigenen Produkten an den Start zu
gehen.
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