Die Mitglieder des Börsenrats der Frankfurter Wertpapierbörse haben gesprochen: Der Handel eröffnet weiterhin um 9 Uhr, sollte es der Wettbewerb erfordern, kann auf 8.30 Uhr umgestellt werden.
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Die insgesamt 18 Börsenratsmitglieder hatten darüber abzustimmen, ob der Handel ab September bereits ab 8.30 Uhr statt um 9.00 Uhr aufgenommen werden soll. Die
Deutsche Börse reagierte mit diesem Schritt auf den zunehmenden Druck der Konkurrenz und die damit verbundenen Umsatzeinbußen. In der Erklärung des obersten Börsengremiums heißt es, man werde zunächst an der Handelseröffnung um 9 Uhr festhalten. Eine Neuregelung der Handelsordnung erlaube es aber, den Handel je nach Wettbewerbssituation bereits um 8.30 Uhr zu starten. Der Handelsschluss um 17.30 Uhr stand nicht zur Debatte.
Im Handel mit DAX-Papieren haben die Frankfurter zuletzt erneut Marktanteile an den Wettbewerber Chi-X abgeben müssen. „Die Plattform Chi-X hat inzwischen beim Handel in deutschen Aktien einen Anteil von vier bis sechs Prozent“, teilte der Kassamarkt-Vorstand der
Deutschen Börse, Frank Gerstenschläger mit. Damit ging der Marktanteil der
Deutschen Börse von 99 auf 93 Prozent zurück.
Konkurrent startet am 15. August
Zudem müsse die
Deutsche Börse auf den Vorstoß der alternativen Handelsplattform Turquoise reagieren, die ihre Pläne zur Aufnahme eines früheren Handels vorantreibt. Das von neun großen Investmentbanken gegründete Londoner Unternehmen will ab dem 15. August mit einem eingeschränkten Aktienhandelsangebot an den Markt gehen. Nach zahlreichen Verschiebungen soll der Handel mit Aktien am 5. September vollständig aufgenommen werden – um 8.45 Uhr und damit 15 Minuten früher als in Frankfurt. Die
Deutsche Börse hat nun die Möglichkeit, den Handel zukünftig um 8.30 Uhr zu starten. Es bleibt abzuwarten, wann der 24-Stunden-Handel ins Leben gerufen wird.
An der Aktie haben Anleger in diesem Jahr keine Freude. Die Titel zählen zu den schwächsten Werten unter den Blue-Chips. Seit Mitte Mai büßten die Papiere um knapp 40 Prozent ein, während der DAX lediglich rund 13 Prozent verlor. Neben Sorgen vor einer Abschwächung beim größten Gewinnlieferanten, dem Derivatemarkt Eurex, belastet besonders der sich verstärkende Wettbewerb. Unter dem Strich ist der Wert somit nur eine Halteposition. Im Zuge der allgemein guten Lage an den Märkte und auch durch die erwartete Entscheidung, flexibler zu werden, konnte das Papier der Börse am Donnerstag Boden gut machen und gewann im Tagesverlauf um mehr als sieben Prozent.
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