Die Auswirkungen der Schulden- und Eurokrise seien nicht absehbar, teilte der Wechselrichterproduzent SMA Solar am Freitag mit. Ein leichtes Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Solaranlagen sei ebenso möglich wie ein leichter Rückgang. "Daher können wir zum aktuellen Zeitpunkt keine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr abgeben", sagte SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon. Anleger reagierten enttäuscht: Die SMA-Aktie verlor bis zu 9,5 Prozent auf 48,65 Euro und war damit größter Verlierer im TecDAX.
Der Jahresauftakt entwickele sich wegen des milden Winters besser als in den Vorjahren, erklärte eine SMA-Sprecherin. Zudem wirke der Nachfrage-Boom der vergangenen Monate nach. Um sich die im vergangenen Jahr noch höhere Einspeisevergütung zu sichern, seien viele Photovoltaikanlagen nur bei der Bundesnetzagentur registriert, die Wechselrichter aber noch nicht installiert worden. "Dies sehen wir bereits in unserer aktuellen Geschäftsentwicklung reflektiert", erklärte Urbon.
Nach ersten Berechnungen schrumpfte der Umsatz 2011 auf 1,7 (Vorjahr: 1,9) Mrd. Euro und erreichte damit das obere Ende der reduzierten Prognose. Der operative Gewinn (Ebit) liegt Firmenangaben zufolge über 240 (516) Mio. Euro und markiert damit das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte. Urbon hatte im September wegen der damals flauen Auftragslage sein Gewinnziel eingedampft und eine Spanne zwischen 220 und 300 Mio. Euro genannt. Ursprünglich hatte er einen Gewinn von bis zu 475 Mio. Euro in Aussicht gestellt.
DZ-Bank-Analyst Sven Kürten bemängelte die vagen Aussagen, in welchem Maße SMA vom jüngsten Solar-Boom profitiere. Zudem stünden offenbar die Margen wegen der sinkenden Preise auch weiterhin unter Druck, sagte ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Nach den flauen Geschäften in den ersten neun Monaten war die Nachfrage nach Solaranlagen im Abschlussquartal unerwartet stark angezogen. Allein im Dezember registrierte die Bundesnetzagentur neu installierte Anlagen mit einer Leistung von 3000 Megawatt, ein neuer Höchstwert. Der starke Zubau zieht weitere Kürzungen der Solarförderung nach sich.
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