Der russische Energiekonzern
Gazprom will nach gescheiterten Verhandlungen mit
RWE auf eigene Faust deutschen Energieversorgern Konkurrenz machen. "Wir möchten nicht nur Gas liefern, sondern auch in die Stromproduktion einsteigen", sagte Gazprom-Chef Alexej Miller der "Süddeutschen Zeitung" am Donnerstag. Nach wie vor sei bei dem Unternehmen die Bereitschaft hoch, in Kraftwerke zu investieren.
Bislang ist Gazprom noch nicht der große Wurf gelungen, sich selbst als Anbieter am deutschen Markt zu etablieren. Die Gespräche mit dem Energieversorger
RWE über eine Kooperation beim Bau neuer Kraftwerke waren im Dezember gescheitert. Der ehrgeizige Plan sah vor, in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden Kraftwerke zu bauen. Die Unternehmen hätten "keinen tragfähigen Rahmen erzielt", hieß es.
Gazprom will sich aber nicht länger auf die Rolle des Gaslieferanten beschränken, sondern sucht nach Möglichkeiten, weitere Schritte der Wertschöpfungskette zu besetzen - etwa durch eigene Kraftwerke in Westeuropa und insbesondere in Deutschland.
Miller bezeichnete Deutschland als "sehr liquiden" Markt. Staatshilfen für Projekte brauche Gazprom nicht. Die von der deutschen Industrie oft geforderten Subventionen für den Bau neuer Kraftwerke lehne er ab. Gazprom hat seit November über eine Londoner Tochterfirma, die die Energiesparte des hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieters Envacom Service übernimmt, bereits Zugang zum deutschen Endkundenmarkt.
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