Meldungen Deutschland & Europa

Konzentration aufs Autogeschäft Daimler will EADS-Anteil halbieren

[07:50, 17.02.11]


Bund und Länder könnten Anteile am Rüstungs- und Luftfahrtkonzern für 2,7 Mrd. Euro erwerben, damit die deutsch-französische Machtbalance gewahrt bleibt.


Daimler N
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
710000
Aktueller Kurs
37,19 €
Veränd. z. Vortag
0,64 %

Mehr zum Thema



Aktienanalyser

Die Aktien im Branchen-vergleich: Klicken Sie hier

Sie möchten weitere Branchen analysieren? Dann klicken Sie hier 





Daimler bietet der Bundesregierung die Hälfte seines 15-prozentigen Kapitalanteils an  EADS zum Kauf an. Nach Informationen der Financial Times könnte der Bund zusammen mit einem bei Banken und Bundesländern geparkten Anteil von weiteren 7,5 Prozent insgesamt 15 Prozent erwerben.

Gespräche über den Kauf des Pakets mit einem aktuellen Marktpreis von rund 2,7 Mrd. Euro soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits in der kommenden Woche mit Kabinettsmitgliedern führen.

Staaten gewinnen Einfluss

Mit der Transaktion würde die Machtbalance in dem deutsch-französisch bestimmten Konzern erhalten. Es war spekuliert worden, dass  Daimler sein Aktienpaket an einen externen Investor verkaufen könnte und Deutschland so gegenüber Frankreich an Einfluss verlöre. Erwirbt die Bundesregierung nun einen Teil des Pakets, bliebe die Aktionärsstruktur ausgeglichen.

Es wäre das dritte Mal, dass  Daimler sein Engagement um 7,5 Prozent mindert. Ein Kauf der Anteile durch den Bund bedeutete auch eine weitere Machtverschiebung zugunsten der Regierungen: In Frankreich zieht sich die Mediengruppe Lagardère schrittweise zurück, und der Staat stockt auf. Bereits 2006 hatten  Daimler und  Lagardère je 7,5 Prozent an  EADS verkauft.  Daimler hatte 2007 weitere 7,5 Prozent an ein Konsortium aus Banken und Bundesländern abgetreten, aber 22,5 Prozent der Stimmrechte behalten.

Ein privater deutscher Bieter für  EADS wurde bislang nicht gefunden. Nach dem jüngsten Anstieg der EADS-Aktie sehen Banken und Bundesländer nun die Chance, bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern ohne Verlust auszusteigen.  Daimler wiederum will sich auf sein Automobilgeschäft konzentrieren. Vertraglich ist das Bankenkonsortium bis Ende 2012 gebunden.

Belastung für Daimler-Ertrag

Unklar ist, ob Schwarz-Gelb bereit wäre, die Aktien - möglicherweise mithilfe einiger Bundesländer - tatsächlich zu übernehmen. Die FDP lehnt eine Verstaatlichung von Industriekonzernen bislang strikt ab.

Daimlers Finanzvorstand Bodo Uebber, der bei  EADS Verwaltungsratsvorsitzender ist, sagte am Mittwoch bei der Vorstellung der Daimler-Bilanz, man wolle bei  EADS die "industrielle Führung" behalten. Details nannte er nicht.  EADS hat den Daimler-Ertrag in der Vergangenheit immer wieder belastet. Weil die EADS-Zahlen zeitverzögert in die Bilanz eingehen, drückten die Verluste beim Militärtransporter Airbus A400M den Gewinn der Stuttgarter 2010 um 261 Mio. Euro.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Daimler N DE0007100000.F 37,19 + 0,66 %  Detailinformationen
EADS NL0000235190.F 28,29 + 2,20 %  Detailinformationen
Lagardere SCA N FR0000130213.PA 20,37 -0,66 %  Detailinformationen

 

© 2011 ftd.de

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.309,87

+38,65 Punkte/+0,62%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
76,38 +3,30%
1,43 +2,52%
6,35 +2,40%
15,23 +2,25%
DAX Flops
  Kurse Diff%
29,51 -1,62%
15,01 -1,28%
53,70 -1,20%
75,30 -0,01%
Am 24. Mai findet die HV der Telekom statt. Wie beurteilen Sie die T-Aktie?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 23/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »