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Kriseninstitut Allianz springt Commerzbank bei

[17:25, 11.01.12]


Auf der Suche nach frischem Geld kann das Institut auf die Unterstützung seines Großaktionärs zählen. Der Versicherungskonzern will offenbar eine stille Einlage so umwandeln, dass sie zu hartem Kernkapital wird.


Großaktionär  Allianz will der  Commerzbank bei ihrem Ziel helfen, kein Geld vom Staat annehmen zu müssen. Der Versicherungskonzern ist einer Meldung der Agentur Reuters zufolge bereit, seine Stille Einlage bei der  Commerzbank Finanzkreisen in Höhe von 750 Mio. Euro so anzupassen, dass das Institut sie zum Stopfen ihrer rund 5,3 Mrd. Euro großen Kernkapitallücke nutzen kann.

Commerzbank
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
803200
Aktueller Kurs
1,43 €
Veränd. z. Vortag
2,66 %

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Reuters berief sich auf mehrere mit den seit Dezember laufenden Gesprächen vertrauten Personen. Beschlüsse gebe es noch nicht. "Die Bank ist zuversichtlich, das Paket rechtzeitig schnüren zu können", sagte ein Insider. Die  Allianz und die  Commerzbank wollten sich nicht dazu äußern. Die Commerzbank-Aktie legte nach der Meldung deutlich zu und notierte am Nachmittag gut vier Prozent im Plus. Allianz-Papiere stiegen um 1,3 Prozent zu.

Die  Allianz hatte die Stille Einlage kurz nach der Übernahme ihrer Tochter Dresdner Bank durch die  Commerzbank gezeichnet. Sie wird von der EU-Bankenaufsicht nicht als hartes Kernkapital anerkannt, weil der Versicherer auch dann Zinsen darauf erhält, wenn die Bank Verluste schreibt. Damit die  Commerzbank sie in die Waagschale werfen kann, müssten die Zinsen vom Gewinn abhängig sein. Ob die Einlage "gehärtet" oder direkt in Aktien umgewandelt wird, war zunächst offen. In jedem Fall würde die  Allianz damit ein größeres Risiko eingehen. Sie ist nur noch mit weniger als fünf Prozent an der  Commerzbank beteiligt.

Allianz sieht sich offenbar in der Pflicht

Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte hatte in den Gesprächen mit der  Commerzbank zunächst zur Bedingung gemacht, dass sein Konzern durch die Änderung keinen finanziellen Schaden erleide. Nun sieht sich die  Allianz aber offenbar in der Pflicht, zur Stabilisierung des Finanzsystems in Europa beizutragen. Sie hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bei der 7,5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung von  Unicredit mit 150 Mio. Euro mitzuziehen, an der sie zwei Prozent hält.

Der Rettungsplan der  Commerzbank wäre damit zu vier Fünftel perfekt. 2,7 Mrd. Euro soll die Reduzierung der Risiken in der Bilanz (RWA) bringen, 700 Mio. Euro hat die Bank durch den Rückkauf von Hybridanleihen eingesammelt. 200 Mio. Euro dürfte der Verkauf der früheren Dresdner-Bank-Zentrale gebracht haben. Die  Commerzbank muss wie 30 andere europäische Banken bis zum 20. Januar den Aufsehern einen Plan vorlegen, wie sie bis Ende Juni auch unter den widrigen Bedingungen der Schuldenkrise auf neun Prozent hartes Kernkapital kommen will. Insgesamt fehlen den Instituten nach Berechnungen der EU-Aufsicht EBA mehr als 115 Mrd. Euro.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Commerzbank DE0008032004 1,43 + 2,52 %  Detailinformationen
Allianz N DE0008404005 75,31 + 0,00 %  Detailinformationen
Unicredit IT0000064854 0,00 + 0,00 %  Detailinformationen

 

© 2012 reuters

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