Der schwache Dollar drückt den Quartalsgewinn des Küchenausrüsters. Der Konzern sieht sich auch für eine mögliche Krise gerüstet. Die Jahresprognose für 2011 wird bekräftigt.
Die wachsende Nachfrage nach Essen in Restaurants oder Kantinen lässt beim Großküchenausrüster
Rational das Geschäft brummen. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz auf 180,2 Mio. Euro, das sind 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Kochautomaten der Profiküchen waren in allen Regionen der Welt gefragt, besonders große Zuwächse verbuchten die Bayern in Asien und Amerika. Der schwache Dollar ließ im zweiten Quartal zwar den Gewinn abschmelzen. Übers Halbjahr stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) jedoch um fünf Prozent auf 45,6 Mio. Euro; ohne Währungseffekte hätte der Zuwachs 14 Prozent betragen.
Mit den Quartalszahlen lag
Rational leicht unter den Erwartungen der Analysten. Nach dem starken Jahresauftakt waren geringere Zuwachsraten erwartet worden, allerdings kein Gewinnrückgang. An der Börse wurde der Konzern abgestraft: Der Aktienkurs rauschte am Vormittag um zwölf Prozent nach unten; damit war
Rational der größte Verlierer im MDAX.
Vorstandschef Günter Blaschke sagte im Reuters-Interview, die Krise an den Finanzmärkten habe "bisher keine Auswirkungen" auf das Geschäft. Ob dies in den nächsten Monaten so bleibe, sei aber offen. "Man kann nicht einmal den Schweinepreis vorhersagen, globale Märkte deshalb schon gar nicht." Die Turbulenzen sieht der Konzernchef dennoch gelassen. "Wenn denn überhaupt aktuell eine Krise kommt, wären wir gut gerüstet."
Rational sei seit einigen Jahren flexibel aufgestellt: Produziert werde nur, wenn Aufträge vorlägen, es gebe kein teures Lager und keine hohen Fixkosten. Dies habe sich zuletzt in der Krise 2009 bewährt. Damals ging zwar der Umsatz zurück, aber der Gewinn stieg.
Für 2011 bekräftigte Blaschke die Prognose: "Im Gesamtjahr wird der Umsatz rund zehn Prozent wachsen, das operative Ergebnis wird sich positiv entwickeln." 2010 erzielte der Großküchenausrüster Erlöse in Höhe von 350 Mio. Euro. Das laufende dritte Quartal liege im Rahmen der Erwartungen, sagte Blaschke. Die Sommermonate sind traditionell schwächer, ehe das Geschäft des Herstellers im Schlussquartal kräftig anzieht. Der größere Umsatzanteil wird in der zweiten Jahreshälfte erzielt.
"Wir sind in den letzten 35 Jahren immer gut zweistellig gewachsen. So wird das auch in Zukunft weitergehen", sagte Blaschke. Mittelfristig werde sich der Boom in den Schwellenländern für
Rational auszahlen. In Staaten wie Brasilien, Indien oder China will der Küchenausrüster davon profitieren, dass mit steigendem Wohlstand immer mehr Menschen auswärts essen gehen, und deshalb dort mehr in Großküchen investiert wird. Derzeit wachse
Rational in allen Ländern, auch in Europa, wo der Konzern rund 70 Prozent seiner Umsätze erzielt, seien die Steigerungsraten zweistellig. "Wir hängen nicht von einzelnen Ländern ab", sagte Blaschke.
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