Gute Nachrichten von der zweitgrößten deutschen Bank ließen in den vergangenen Tagen etwas Hoffnung aufkeimen. Deutsche Bank-Analysten sehen sogar prozentual dreistelliges Kurspotenzial. Eine Analyse mit Trading-Szenarien.
Commerzbank
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Von guten Nachrichten sind Commerzbank-Aktionäre nicht gerade verwöhnt. Zumindest in dieser Woche sieht es bisher aber noch ganz gut aus. Wie am Montag bekannt wurde, rechnet die polnische Tochter BRE Bank für das abgelaufene Jahr mit einem höheren Gewinn. Erst im Sommer hatte BRE-Chef Cezary Stypulkowski für 2011 einen Nettogewinn von einer Mrd. Zloty und damit rund 222 Mio. Euro für machbar gehalten. Mit Blick auf das laufende Jahr gab sich der BRE-Chef wegen der unsicheren konjunkturellen Entwicklung in Polen noch etwas zurückhaltend, rechnet aber dennoch mit guten Zahlen.
Polen bleibt damit neben dem Internet-Broker Comdirect einer der wenigen Lichtblicke für die zweitgrößte deutsche Bank. Commerzbank-Chef Martin Blessing hat dem Frankfurter Institut eine Gewaltkur verordnet, um das Fünf-Mrd.-Kapitalloch ohne Staatshilfe zu stopfen. Bis Mitte 2012 will die Bank nur noch in Deutschland und Polen oder an Kunden aus diesen beiden Ländern Kredite vergeben. Experten halten es durchaus für möglich, dass die
Commerzbank zur Not auch ihren 70-prozentigen Anteil an der BRE Bank veräußert, um die Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht zu erfüllen. Die BRE-Bank bringt derzeit rund 12,8 Mrd. Zloty auf die Börsenwaage – umgerechnet 2,8 Mrd. Euro. Sowohl die BRE-Bank als auch die Comdirect stehen aber nicht zum Verkauf.
Szenarien für die Eurohypo
Bleibt noch die chronisch verlustträchtige Eurohypo. Hier liegt nicht nur der Löwenanteil der Staatsanleihen, sondern noch weitere Papiere, die sich als hochriskant entpuppen könnten. Die Frankfurter würden den größten deutschen Immobilienfinanzierer gerne veräußern – ein privater Käufer ist aber nicht in Sicht. Bleibt noch der Staat, aber auch in Berlin will niemand nach dem Debakel mit der
Hypo Real Estate noch eine Bank aufnehmen.
Als Lösung für die Eurohypo und damit die toxischen Papiere käme eine „Bad Bank“ in Frage. In diesem Szenario müsste nicht der Bund die Bank betreiben, sondern der Bankenrettungsfonds SoFFin würde die Papiere abwickeln. Eine weitere Kapitalspritze und unter Einbeziehung des Bundes ist hingegen eher unwahrscheinlich. Abgesehen davon, dass Belling nach den Erfahrungen mit den zweifachen Staatshilfen 2008 und 2009 keine „Verstaatlichung“ will, wäre auch die Ausgabe von neuen Aktien unter dem Nennwert von einem Euro nicht erlaubt. Aktuell kostet die Commerzbank-Aktie nur noch 1,18 Euro.
Viel zu wenig nach Meinung von Deutsche Bank-Analyst Alexander Hendricks. Der Experte bestätigte seine Einschätzung mit „Kaufen“ und gab ein Kursziel von 2,70 Euro aus. Im Vergleich mit anderen großen europäischen Banken sei die
Commerzbank in Ungarn nicht ganz so stark engagiert. Dennoch hätte ein Schuldenschnitt in Ungarn deutliche Folgen für das Institut, schrieb Hendricks in einer Branchenstudie. Damit zählt der Experte zu den Mutigen seiner Zunft. Auf Basis von Bloomberg-Daten vergaben in den vergangenen 30 Tagen 3 Analysten ein Kaufvotum, während vier die Aktien auf "verkaufen" habe. Die Mehrheit von acht Analysten sieht die Coba-Aktie nur als Halteposition.
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