Nach einem Rekordjahr für Airbus gibt sich die Muttergesellschaft optimistisch: Der Luft-
und Raumfahrtkonzern will profitabler werden und sein internationales Profil schärfen.
Nach einem Airbus-Rekordjahr bei Bestellungen und
Auslieferungen sieht sich die Muttergesellschaft
EADS im Aufwind.
"
EADS ist eine Wachstums-Story und eine Geld-Maschine", sagte
EADS-Chef Louis Gallois am Dienstag auf einer gemeinsamen
Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk. Es gelte nun, den Luft-
und Raumfahrtkonzern trotz wachsender Konkurrenz profitabler zu
machen und das internationale Profil zu schärfen; Europa, USA und
Schwellenländer seien die drei wichtigsten Pfeiler. Das werde aber
nicht auf Kosten der Arbeitsplätze in Europa gehen.
Der Konzern habe bisher auf der Startbahn gestanden, hebe nun aber
ab Richtung Wachstumsmärkte. Mit Blick auf seinen Nachfolger betonte
der scheidende Gallois, derartige Entscheidungen bräuchten Zeit. Mit
Blick auf die globale Krise warnte er vor Orientierungslosigkeit. Die
Schuldenkrise müsse schnell gelöst werden, um Marktvertrauen wieder
herzustellen, forderte Gallois. Wie brauchen klare Signale, die von
jedem verstanden werden.
EADS als multinationales Unternehmen könne
ein gutes Vorbild für die Politik sein.
Rekordjahr für Airbus
Nach einem Rekordjahr will Airbus im laufenden Jahr 4000 neue Mitarbeiter
einstellen. Auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz mit dem
Mutterkonzern
EADS im Hamburger Airbus-Werk sprach Verkaufschef John
Leahy am Dienstag vom erfolgreichsten Jahr des Unternehmens. "Wir
hatten die höchste Auslieferungsrate unserer Geschichte", sagte
Airbus-Chef Thomas Enders zum Erfolgsjahr 2011. Es sei angesichts von
Ersatzteil-Lieferengpässen - etwa durch das verheerende Erdbeben in
Japan - nicht einfach gewesen.
Airbus erhielt 2011 netto 1419 Bestellungen, der höchste
Auftragseingang in der Unternehmensgeschichte. Insgesamt wurden mit
534 Maschinen so viele neue Flugzeuge ausgeliefert wie nie zuvor. In
den Airbus-Auftragsbüchern stehen nun Aufträge für 4437 Flugzeuge im
Gesamtwert von 588 Mrd. Dollar nach Listenpreis, was die
Produktion für bis zu acht Jahre sichert.
Leahy betonte, dass er im laufenden Jahr mit weniger Aufträgen
rechne. Sie würden aber mindestens der Zahl der Auslieferungen
entsprechen. Diese veranschlagt Airbus für 2012 auf 570. Konkret geht
Leahy von 600 bis 650 Aufträgen aus - der deutliche Rückgang sei
angesichts des üppigen Auftragsbestands durchaus erwünscht. Den
Airbus-Marktanteil schätzt er für 2012 auf um die 50 Prozent. Vom
Mega-Flieger A380 sollen in diesem Jahr 30 Jets verkauft und auch
ausgeliefert werden.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von
64 Prozent nach Bestellungen (54 Prozent nach Umsatz). Verkaufsrenner
des Vorjahres war der mit sparsameren Triebwerken ausgerüstete
A320neo, den Leahy "das sich am schnellsten verkaufende
Flugzeugprojekt der Luftfahrtgeschichte" nannte. 2011 gingen alleine
für dieses Modell 1226 Festbestellungen ein. US-Konkurrent
Boeing sei
2011 nur im mittleren Marktsegment besser als Airbus gewesen. Leahy:
"Wir waren in neun der vergangenen zehn Jahren der größte
Flugzeughersteller."
Enormer Wachstumsmarkt
Der Luftverkehr sei ein enormer Wachstumsmarkt, der sich trotz
weltweiter Krisen alle 15 Jahre verdoppele. Während Europa weitgehend
als Markt stagniere, sei der asiatisch-pazifische Raum ein absoluter
Boommarkt, der von Airbus dominiert werde. Nach 4500
Neueinstellungen im Vorjahr kommt Airbus nun auf 55 000 Mitarbeiter.
Gallois hob hervor, der Konzern habe bisher auf der Startbahn
gestanden, hebe nun aber ab Richtung Wachstumsmärkte. Mit Blick auf
seinen Nachfolger - nach bisherigen Plänen im deutsch-französisch
dominierten Konzern soll es Thomas Enders werden - betonte der
scheidende Gallois, derartige Entscheidungen bräuchten Zeit. Mit
Blick auf die globale Krise warnte er vor Orientierungslosigkeit. Die
Schuldenkrise müsse schnell gelöst werden, um Marktvertrauen wieder
herzustellen, forderte Gallois. "Wir brauchen klare Signale, die von
jedem verstanden werden."
EADS als multinationales Unternehmen könne
ein gutes Vorbild für die Politik sein.
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