Nach der Berliner GSW denkt nun auch der Wohnungskonzern Deutsche Annington über einen Börsengang nach. Zwar wies ein Sprecher einen Bericht zurück, wonach Annington bereits für das Frühjahr 2010 ein Initial Public Offering (IPO) erwägen würde: "Es gibt keine Pläne für ein IPO." In Unternehmenskreisen hieß es jedoch: "Wenn GSW einen erfolgreichen Börsengang hinlegt, dann denken wir natürlich auch darüber nach." Auch Marktbeobachter halten es für unwahrscheinlich, dass dies bereits Anfang des Jahres geschieht. Die "Welt" hatte am Mittwoch von den Börsenplänen des Wohnungskonzerns berichtet. Mit rund 189.000 eigenen Wohnungen ist Annington der größte deutsche Wohnungskonzern. Eigentümer des Bochumer Unternehmens ist der britische Finanzinvestor Terra Firma.
Die mit 52.000 Wohnungen etwas kleinere Berliner GSW erwägt bereits gegen Ende des ersten Quartals 2010 den Sprung aufs Börsenparkett. Wie Annington ist auch GSW im Besitz von Finanzinvestoren: Bei den Berlinern haben Cerberus und der Goldman-Sachs-Fonds Whitehall das Sagen. Gemessen am Unternehmenswert könnten beide Unternehmen in den Nebenwerteindex MDAX einziehen, wo bereits der Konkurrent
Gagfah gelistet ist. Viele Finanzinvestoren versuchen derzeit, ihre Unternehmen über den Aktienmarkt zu verkaufen. Wegen knapper Kredite können Finanzinvestoren momentan kaum noch große Übernahmen stemmen - oder erworbene Firmen an andere Investoren und Banken weiterreichen. Zugleich müssen sie aber Schulden tilgen und Geldgeber auszahlen.
Auch Deutsche Annington muss in den nächsten Jahren einen großen Berg an Schulden refinanzieren. Dies gilt als ein Problem auf dem Weg zur Börse: So laufen im Jahr 2013 auf einen Schlag Darlehen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus.
Terra Firma hatte bereits Anfang 2007 mit Börsenplänen geliebäugelt, das Vorhaben aber mit dem Aufziehen der Finanzkrise wieder verworfen. Die Briten hatten den Wohnungskonzern im Jahr 2005 für rund 7 Milliarden Euro vom Energiekonzern
E.ON gekauft. In den vergangenen fünf Jahren hatten sich Finanzinvestoren in großem Stil auf den deutschen Gewerbe- und Wohnimmobilienmarkt eingekauft und dabei von der privatisierungsfreudigen öffentlichen Hand profitiert.
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